An erster Stelle der Sitzung des Umwelt- und Sozialausschusses der Stadt Kronach am Montag stand der Seniorenbeirat mit einem Antrag auf finanzielle Unterstützung durch den Seniorenbeitrag. Der Seniorenbeirat leiste seit 25 Jahren einen wertvollen Beitrag für Senioren- und behindertenfreundliche Stadtentwicklung in Kronach, lobte Bürgermeisterin Angela Hofmann. Im vergangenen Vierteljahrhundert habe er viele Projekte für Senioren in Kronach initiiert und stand der Stadtverwaltung jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Er habe sich in dieser Zeit überwiegend selbst finanziert aus Spenden und Zuwendungen Dritter. Hierzu ergänzte Hanni Wachter, dass die Spenden hauptsächlich von der Sparkasse Kulmbach-Kronach gekommen seien. Allerdings seien diese in den vergangenen Jahren kontinuierlich weniger geworden und schließlich gänzlich ausgeblieben, führte Hofmann weiter an.

"Um der erfolgreichen Seniorenarbeit in Kronach Rechnung tragen zu können, ist eine angemessene Finanzausstattung für den Seniorenbeirat notwendig", sagte die Bürgermeisterin. Die Mittel dafür können vonseiten der Verwaltung aus diversen Zuschüssen von unterschiedlichen Fördergebern akquiriert und an den Seniorenbeirat als Unterstützung ganz oder anteilig weitergereicht werden.

Aufgrund dieses Sachverhaltes beschloss das Gremium einstimmig, dem Seniorenbeirat zunächst befristet auf die Dauer von zehn Jahren einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 900 Euro für die Senioren- und Behindertenarbeit in Kronach zu gewähren. Der Abteilungsleiter für Bildung, Soziales und Ehrenamt, Jörg Schnappauf, ergänzte, dass die Stadt den Betrag von 9000 Euro vom Freistaat Bayern erhielt und diesen auf zehn Jahre eins zu eins weitergeben könne.

Einfachere Förderrichtlinien

Claudia Ringhoff berichtete aus der Arbeit des Arbeitskreises Engagierte Stadt. Das Projekt läuft seit 2015 und man habe sich grundsätzlich mit den Ehrenamtsrichtlinien befasst, um die Förderrichtlinien transparent darstellen zu können. Die beiden Projektleiterinnen Claudia Ringhoff und Sabine Nuber haben dazu Kontakt zu mehr als 385 Gruppen, Initiativen und eingetragenen Vereinen aufgenommen. Die Förderrichtlinien müssten vereinfacht und überschaubar dargestellt sein.

Bürgermeisterin Hofmann hob hervor, dass das Ehrenamt große Bedeutung für die Gesellschaft habe und es daher wichtig ist für Motivation zu sorgen und die Mitbürger dazu zu begeistern Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen.

Carin Bülling schloss sich dem an. Aus eigener Erfahrung in ihrem Stadtteil Höfles und als langjährige Vorsitzende des Musikvereins weiß sie die Bedeutung auch in der Jugendarbeit zu schätzen. Es sei sehr bedauerlich, dass vor Jahren die Förderung von Vereinen wegen der Haushaltskonsolidierung seitens der Stadt gestrichen wurde.

Angela Hofmann will prüfen lassen und konkretisieren, wie eine Förderung des Ehrenamtes funktionieren könne. Jörg Schnappauf sagte, dass in der Verwaltung auch die Strukturen geprüft würden, wie Bauhof und die Stadt die Hilfe für Vereine besser strukturieren können. Matthias Simon (FW) war für transparente Förderrichtlinien. Peter Witton (Bündnis 90/FL) plädierte dafür, Strukturen aufzubauen, damit man wisse, wo was zu bekommen ist. Heinz Hausmann hielt eine Förderung der Vereine für außerordentlich wichtig. Hofmann dankte den Projektleiterinnen Ringhoff und Nuber für ihre fünfjährige akribische Arbeit. Sie hätten damit einen wichtigen Grundstein für Förderrichtlinien gelegt.

Vielfältige Beratungsangebote

Über die umfangreichen sozialen Beratungsangebote der Stadt informierte Elke Ernst von der Abteilung Bildung, Soziales und Ehrenamt. Jörg Schnappauf nannte einige Zahlen, um zu verdeutlichen, wie wichtig diese Beratungen seien. So wurden im Schnitt pro Jahr 100 Rundfunkgebührenbefreiungen erstellt, 100 Schwerbehindertenanträge und 250 Rentenanträge gestellt. Heinz Hausmann schilderte aus eigener Erfahrung, wie wichtig Beratung für Bürger sei. Ältere und einfache Leute kennen sich oft nicht mit den Formalitäten aus und würden mit Antragsformularen nicht fertig.

Das Gremium gab jeweils einstimmiges Votum für die Anschaffung von 20 Surface-Tablets mit Ausstattung als sogenannte Leihgeräte für Schüler an der Lucas-Cranach-Grundschule, sowie für 20 iPads. Den Auftrag für die Surface-Tablets erhielt die Firma Kestel, Marktrodach, zum Preis von 18 385 Euro und der Auftrag für 20 iPads ging an die Firma Cancom, Scheppach, für 11 094 Euro.

Nach einem Sachvortrag von Jörg Schnappauf zur Fortführung des Bundesprogramms "Mehrgenerationenhäuser". fasste das Gremium den einstimmigen Beschluss: Die Stadt Kronach bekennt sich zum Mehrgenerationenhaus. Es wird in die kommunalen Aktivitäten zur Schaffung guter Entwicklungschancen und fairer Teilhabemöglichkeiten für alle Bürger eingebunden. Weiterhin wird es in die kommunalen Planungen beziehungsweise Aktivitäten zur Gestaltung des demografischen Wandels und zur Sozialraumentwicklung im Wirkungsgebiet des Mehrgenerationenhaus eingebunden. Die Stadt wird den kommunalen Kofinanzierungsanteil für das Mehrgenerationenhaus in bisheriger Höhe von jährlich 3000 Euro in Form von Sachleistungen auch in den Jahren 2021 bis 2028 erbringen. Der verbleibende Kofinanzierungsanteil (7000 Euro) wird vom Landkreis Kronach erbracht. eh