Der Naturpark Frankenwald steht vor einer nie dagewesenen Herausforderung: Denn der ehemalige Gasthof Fels soll zu einem Naturpark-Zentrum Frankenwald umgestaltet werden. Außerdem sollen sich Naturpark, Tourismusverband Frankenwald und Geopark noch stärker vernetzen, wünschte sich der Vorsitzende des Naturparks Frankenwald - der Kronacher Landrat Klaus Löffler. Und damit sprach Löffler seinem Kulmbacher Amtskollegen aus der Seele.

Landrat Klaus Peter Söllner ließ bei der Mitgliederversammlung des Naturparkes Frankenwald in der Steinachtalhalle noch einmal die spannende Kauf-Geschichte des Gasthofes Fels Revue passieren. Im August 2018 hatte eine bekannte Größe aus der rechtsextremen Szene das Anwesen gekauft. Der Naturpark versuchte, ein naturschutzrechtliches Vorkaufsrecht geltend zu machen, scheiterte aber vor Gericht. Im Mai kam dann der Erstkäufer auf Landrat Klaus Peter Söllner zu und signalisierte Verkaufsbereitschaft. "Wir wollen ein Naturparkzentrum - ein Haus des Frankenwaldes mitten im Frankenwald einrichten", so Söllner. Möglich sei der Kauf nur durch den Schulterschluss mit Innen- und Umweltministerium gewesen. Nur so lasse sich das Mammut-Projekt realisieren, fügte der Hofer Landrat Oliver Bär hinzu.

Bei der Mitgliederversammlung in der Steinachtalhalle stellte sich die neue Geschäftsführerin des Naturparkes Frankenwald vor: Beate Singhartinger. Sie ist aus der ökologischen Bildungsstätte und durch ihre Tätigkeit als Kreisfachberaterin für Garten- und Landschaftsbau bekannt. Singhartinger löst den langjährigen Vorsitzenden Dietrich Förster ab. Er führte die Geschäfte zwölf Jahre lang.

Verdient gemacht hatte sich Förster wegen der Neugestaltung der Naturpark-Infozentren Blechschmidtenhammer und Steinweisen und der Infopunkte an der Schneidmühle im Steinachtal. Er hat im gesamten Naturparkgebiet Bänke und Infotafeln errichtet, setzte viele Projekte im Höllental um und eröffnete den Felsenpfad und errichtete den Teufels- und Jungfernsteg neu. Besonders stolz kann Förster darauf sein, dass der Naturpark als Qualitätsregion "Wanderbares Deutschland" zertifiziert worden ist. Künftig will Förster an klassischen Naturschutzprojekten zum Erhalt des Fadenmolches und zum Erhalt der einzigartigen Bärwurzwiesen im Frankenwald mitarbeiten.

Neue Gesichter wird es auch bei den Naturpark-Rangern geben. Denn eine Rangerin hat ihren Dienst bereits quittiert, Lisa-Marie Fischer scheidet zum Ende des Monats aus. Nur Jan van der Sant ist noch als hauptberuflicher Ranger übrig. Die beiden vakanten Stellen sollen zeitnah besetzt werden.

Jan van der Sant ging bei der Mitgliederversammlung auf seine Arbeit ein. Die Ranger koordinieren Naturschutzmaßnahmen, sind für die Pflege zuständig. Sie helfen mit, Biotope freizuschneiden, und müssen auch mit Motorsäge und Freischneider umgehen können. "Aber natürlich wollen wir den Leuten auch die regionalen Produkte und die Schönheiten des Waldes näherbringen. Wir sind auch für die Informationen zuständig", sagt Jan van der Sant. Besonders herausragende Projekte waren Entbuschungsmaßnahmen zur Förderung des Lebensraumes für die Gelbbauchunke und das Monitoring von Braunkehlchen. Jan van der Sant hat außerdem eine Qualifikation zum Biberfachberater absolviert.

Die neue Geschäftsführerin Beate Singhartinger blickte auf die beiden vergangenen Jahre zurück und stellte das Jahresprogramm vor: Aktuell läuft noch bis 15. November ein Fotowettbewerb zum Thema "Tiere im Frankenwald". Im nächsten Jahr sollen kleine Flößerrunden ausgewiesen werden, der Waldlehrpfad Steinwiesen soll saniert werden und der Geopfad Kupferberg-Wirsberg bedarf einer Erneuerung, so Singhartinger.

Bei der Mitgliederversammlung standen Neuwahlen an. Der Kronacher Landrat Klaus Löffler bleibt Vorsitzender, die Stellvertreter Klaus Peter Söllner und Oliver Bär, die Landräte aus Kulmbach und Hof. Roland Wolfrum wurde als Schatzmeister bestätigt. Neu gewählt wurden die Kassenprüfer: Bürgermeister Frank Jakob aus Teuschnitz und Bürgermeister Stefan Münch aus Geroldsgrün.