Jürgen schmitt

TSV Havelse - FC 05 Schweinfurt (1:0). Tor: 1:0 Kevin Schumacher (33.).

Wer in zwei Spielen kein Tor erzielt, der kann nicht aufsteigen. Weshalb der FC 05 Schweinfurt in der nächsten Saison wieder einen neuen Anlauf in Richtung dritter Liga nehmen muss. Hoch gehen stattdessen die Havelser, die sich mit dem Glück des Tüchtigen gegen die Unterfranken durchsetzten.

Wie erwartet, war Lukas Billick nach überstandener Verletzung wieder in die Innenverteidigung an die Seite von Nico Rinderknecht gerückt, neu in der Startelf stand aber auch Amar Cekic für Martin Thomann, der mit Muskelverletzung kurzfristig passen musste. Auf der Gegenseite stand mit Yannik Jaeschke der etatmäßige und zuletzt angeschlagene Goalgetter in vorderster Front.

Nach vier Minuten der erste Aufreger, als Havelses Kevin Schumacher im FC-Strafraum fiel, der Schiedsrichter aber kein Foul erkannt haben wollte. Im Gegenzug hätte Adam Jabiri seine Schnüdel gleich dreimal (!) binnen zwei Minuten in Führung bringen können, was TSV-Keeper Norman Quindt mit starkem Stellungsspiel zu verhindern wusste.

Zielstrebiger und mutiger wollte Tobias Strobl seine Elf sehen vor den 1100 Zuschauern im Wilhelm-Langrehr-Stadion in Garbsen, darunter 165 stimmungsgewaltige FC-Fans. Und es waren keine Worthülsen, weil auch Thomas Haas den Havelser Keeper zum Zupacken zwang. Alles das übrigens unter den Augen von Altkanzler Gerhard Schröder.

Früh mussten die Grün-Weißen erstmals wechseln: Für den nach einem Zusammenprall benommenen Nico Rinderknecht rückte Philipp Maier in die Dreierkette. Was nichts an offensiven Schweinfurtern änderte, die ihren nächsten Hochkaräter in Person von Amar Suljic liegen ließen nach dem guten Zuspiel von Kevin Fery.

Havelse-Führung aus dem Nichts

Längst überfällig war zu diesem Zeitpunkt die Führung der Unterfranken. Aber die gelang aus dem Nichts den Roten aus Niedersachsen, weil sich Kevin Schumacher bei seinem Solo erst im Zweikampf behauptete, dann das Leder aus 18 Metern brachial in den Winkel hämmerte, den Schweinfurter Chancen-Wucher damit extrem bestrafte. Um ein Haar gar das 2:0, aber der Kopfball von Noah Plume verfehlte knapp sein Ziel.

Dass Adam Jabiri aus der Drehung nur die Latte traf und der Check gegen Kevin Fery kurz vor dem Seitenwechsel nicht mit einem Strafstoß bestraft wurde, passte wie die Faust aufs Auge auf den Angriffsfrust der 05er in Halbzeit eins.

Gut, dass die Gastgeber nach dem Wechsel eine 5 gegen 2-Situation unsauber zu Ende spielten, denn ein 0:2 aus Schweinfurter Sicht wäre wohl gleichbedeutend mit dem Knockout gewesen bei Temperaturen über 30 Grad. Mit den Einwechslungen von Sascha Marinkovic und Florian Pieper verstärkte Tobias Strobl notgedrungen seine Offensive, die in Halbzeit zwei nur schwer in die Gänge kam, nur einen unpräzisen Adlung-Abschluss anzubieten hatte.

Die Zeit lief also den 05ern weg, denen so ein bisschen der Zahn gezogen schien 15 Minuten vor Spielende, weil die Norddeutschen den Gegner entschlossen vom Strafraum fernhielten.

Das Prinzip Hoffnung, es schwand aus Sicht der Grün-Weißen. Stattdessen standen die Havelser dicht vor der Entscheidung mit der Doppelchance für Kevin Schumacher und Tobias Fölster (82.), auf der Gegenseite erzielte Marinkovic lediglich ein Abseitstor (83.). Viel zu wenig für eine Wende.

FC 05: Zwick - Billick, Rinderknecht (13. Maier), Grözinger - Haas, Böhnlein (77. Pieper), Fery (77. Ramser), Adlung, Cekic (59. Marinkovic) - Suljic, Jabiri.