Kopfschmerzen und rheumatische Beschwerden haben eine Wetterveränderung bereits angekündigt. Jeder zweite Bundesbürger glaubt wetterfühlig zu sein. Dr. med. Maximiliane Deckart, Leiterin der Schmerzme...
Kopfschmerzen und rheumatische Beschwerden haben eine Wetterveränderung bereits angekündigt. Jeder zweite Bundesbürger glaubt wetterfühlig zu sein. Dr. med. Maximiliane Deckart, Leiterin der Schmerzmedizin am Helios St.-Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen, gibt Tipps zum Umgang mit wechselhaftem Wetter.
Tiefdruckgebiete, ob Kalt-oder Warmfront sind für die negativen Wirkungen des Wetters verantwortlich, stabile Hochdruckgebiete mit Sonnenschein, kalt oder warm sorgen für Wohlbefinden. Der menschliche Körper ist leitfähig für elektromagnetische Veränderung und spürt diese bereits, bevor das Wetter sich ändert.
Müde in der Sonne
Thermische Einflüsse wie starke Kälte können Gefäße verengen und den Blutdruck steigern, im Gegensatz dazu führen rasch steigende Temperaturen zu Gefäßerweiterung, Absinken des Blutdrucks, Förderung der Ödem-Bildung, man fühlt sich schlapp und müde. Der thermische Wirkungskomplex mit den Faktoren Temperatur, Strahlung, Feuchtigkeit und Wind irritiert den Körper. Auch Umwelteinflüsse, Pollenflug und UV-Strahlung tragen zum Zusammenspiel auslösender Faktoren bei. Die Reizschwelle wetterfühliger Menschen ist so niedrig, dass Wetteränderungen sich über Störungen des vegetativen (unbewussten) Nervensystems in körperlichen Symptomen äußern.
Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die zeigen, Wetterfühligkeit ist keine Einbildung. Trotzdem sind die Studien in Bezug auf ihre Aussagefähigkeit nicht wirklich eindeutig. Kalte, feuchte Luft führt zu Gelenk- und Weichteilbeschwerden. Drückende Hitze zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Bei Gewitter steigt laut Verkehrsstatistik die Unfallhäufigkeit, Föhnwetterlagen sollen Reizbarkeit und Gewaltbereitschaft erhöhen. Ebenso können Wetterfühlige über Antriebslosigkeit und traurige Stimmungslage klagen. Frauen reagieren auf Wetterwechsel sensibler als Männer. Ältere Menschen leiden darunter häufiger als jüngere.
Regelmäßige Spaziergänge helfen, die Anpassungsfähigkeit zu steigern. Ebenso können Wechselduschen, Sauna oder Kneipp'sche Güsse das "Abhärten" unterstützen. Auch regelmäßiger Sport, im Sinne eines leichten körperlichen Ausdauertrainings, wirkt stabilisierend. Entspannungsverfahren können Reizbarkeit, Verstimmungen, Konzentrations- und Schlafstörungen positiv beeinflussen, schreibt die Ärztin.
red