Mit Herbert Steinlein feierte ein profilierter Gastronom 70. Geburtstag. Sein Urgroßvater Johann Steinlein hatte die Neufanger Gastwirtschaft um 1860 gegründet, Sohn Steffen führt sie heute in der fünften Generation fort. So wie die Wirtschaft vom Vater auf den Sohn überging, so kommen auch viele Gäste schon in der zweiten und dritten Generation, die heimelige Wirtstube ist häufig besetzt.
Bürgermeister Hermann Anselstetter betonte in seiner launigen Laudatio, dass aus dem Bildungssystem der Eifinger Dorfschule nicht nur ein Gastwirt, sondern auch ein Schnapsbrenner voller Leidenschaft, ein Biologe, ein Chemiker, ein Mathematiker und ein Destillateur der Spitzenklasse entwachsen sei.


Fränkische Küche

Mit Ehefrau Marianne setze Herbert Steinlein auf die typische fränkische Küche. In dem Dorfwirtshaus kämen keine Pommes auf den Teller. Der Jubilar brenne immer wieder vor neuen Ideen, so Anselstetter. So habe er einen Tennisplatz gebaut, einen schönen Biergarten angelegt und die Brennerei weiterentwickelt. Die Schnapsproben zelebriere er in einer Mischung aus Vorlesung und Event. "Du würzt Deine fachkundigen Erzählungen mit Anekdoten und Bonmots. Du bist in der Tat ein großartiger Botschafter unsers Luftkurortes Wirsberg."


Brenner aus Leidenschaft

Urspünglich hatte Herbert Steinlein als junger Bursche das Metzgerhandwerk erlernt, doch mit den Jahren widmete er sich verstärkt auch der familieneigenen Obstbrennerei und entfachte dabei eine regelrechte Leidenschaft. Schon seit 1794 ist das Brennrecht auf dem Grundstück verbrieft: 300 Liter Weingeist dürfen pro Jahr produziert werden, das ergibt gut 700 Liter Schnaps, die aber selten ausgeschöpft werden. Es kommt ausschließlich selbst angebautes Obst in den Brennkessel. Während seine Vorfahren nur Korn und Zwetschge gebrannt haben, erntet der Jubilar auf seiner Streuobstwiese auch Apfel, Birne, Mirabelle, Quitte und Wildkirsche. Möglichst lang muss das Obst am Baum bleiben, um Fruchtzucker zu bilden, sorgfältig muss es verlesen werden. Kein Stengel, kein Blatt, keine angefaulte Stelle darf die Maische verunreinigen.
Nichts wird zugesetzt, keine Hefe, kein Zucker, kein Schwefel, keine natürliche Aromastoffe.
Unter den Gästen war auch Landrat Klaus Peter Söllner, der Herbert Steinlein herzlich gratulierte: "Du bist für mich immer ein extrem positiver Mensch und du bist mit deiner Haltung, eine typisch fränkische Wirtschaft aufrechtzuerhalten, ein Aushängeschild der Genussregion Oberfranken. Die fränkische Gastlichkeit wird in der Familie gelebt." Rei.