Donnernde "Drossenfeld A Waaf"-Rufe im Stakkato, alle kostümiert, beängstigende Nähe und ein dicht gefüllter Saal in der Gaststätte Werner in Muckenreuth. Es war die glanzvolle Wiedergeburt des Drossenfelder Faschings nach längerer Pause, arrangiert vom TSV und der heimischen Akkordeongruppe.
Ein gab ein tolles Programm und eine Stimmung, die ein bisschen an die Faschingshochburgen im Rheinland erinnerte. Erst ohne und später mit reichlich Alkohol.


Kühne Überschläge

Moderator Daniel Stöcker, der sonst ein Fußballbetreuer ist, lief zur Höchstform auf und führte brillant durch die Veranstaltung, die erst in den frühen Morgenstunden endete.
Erst nahm man dem Bürger der Gemeinde den Rathausschlüssel ab. Harald Hübner überlegte nicht lange und überreichte die Schlüssel. Dann war er Zielscheibe der scharfen Zunge von Stöcker, die die "Taten" und "Untaten" des Gemeindeoberhauptes und seiner 16 Räte treffend glossierte. Das Publikum tobte. Genau so wie beim Auftritt der Bayreuther Mohrenwäscher, die in James Bond-Manier durch den Raum wirbelten, sportlich-artistisch. Die kleine Luisa aus Brücklein als Tanzmariechen eroberte ganz schnell die Herzen mit ihren kühnen Überschlägen, den Spagats und den Rädern.
Ein Farbtupfer war das "Trechezer" Prinzenpaar Ingo und Yvonne, das mit dem Hofstaat erschien. "Ich hoffe, im nächsten Jahr, habt ihr auch ein Prinzenpaar", dichtete Ingo. Noch eine Steigerung gefällig? Es gab sie wirklich in Gestalt der "Gmaa-Waafn" alias Sigrid Nützel. Sie prangerte unter anderem den Bedienungsstress im Bräuwerck-Biergarten an.
Sigrid trug all ihre Spitzen trefflich im Rotmain-Dialekt vor. "Zwei knackige Typen", gemeint waren in diesem Zusammenhang der Marc und der Joshua, zeigten zu später Stunde die Reize ihrer Körper.
Und dann kam die Krönung: Auszüge aus der Fernsehshow "Herzblatt". Umwerfend waren dabei die witzigen Wortspiele, die Gestik und Mimik. Die "Beckn-Maad" (Kai Stöcker) aus Muckenreuth erwählte schließlich Ralph Genk, der den ehelosen Bürgermeister imitierte, zu ihrem Herzbuben. Der Hausmeister (Sebastian Greiner) und der Altstudent (Michael Pereira) blieben dagegen chancenlos. hw