Bei der Jahreshauptversammlung des CSU-Ortsverbandes verwies Vorsitzender und Zweiter Bürgermeister Alexander Wunderlich vor allem auf die Chronik, die das älteste Mitglied Herbert Walther in akribischer Art verfasste und von Wolfgang Hörath vorgetragen wurde. Ein besonderes Lob fand Wunderlich auch für die Töchter und Söhne der CSU-Mitglieder, die in Dirndl und Lederhose die Gäste zum Jubiläum professionell bewirteten.
Ein Höhepunkt war wie immer das Weinfest im Anwesen der Familie Mohr, das ein voller Erfolg war. Für dieses Jahr ist das Bürgerfest am 13. August 2016 auf dem Hof der Familie Mohr geplant. Im Dezember organisierte Ursula Braun für die CSU das Adventsfenster. Mit selbst gebackenen Plätzchen und Glühwein verbrachte die CSU-Familie einige gemütliche Stunden, dabei konnte man sich auch am Lagerfeuer erwärmen.


Ans Hochwasser erinnert

Den Kassenbericht trug Helmut Lutz vor und er zeigte auf, dass der CSU-Ortsverband Neuenmarkt-Hegnabrunn auf gesunden Beinen steht. Was das kommunale Geschehen in Neuenmarkt angeht, so bedauerte Wunderlich, dass die Gemeinde in den letzten Monaten häufig negativ in der Medien vertreten ist: "Angefangen hat das Dilemma mit dem Unwetter am 2. August 2014, welches sintflutartige Regenmassen auf unsere Gemeinde brachte. Betroffen vom negativen Naturereignis war vor allem Hegnabrunn, wo zahlreiche Keller und Garagen überflutet wurden und teilweise das Wasser auch in die Wohnungen drang. Es folgten zahlreiche Beschwerden und Gespräche. Betroffene Anlieger und Bürger forderten die Gemeinde auf, einen Schutz vor weiteren Überflutungen zu erstellen und zu bauen."
In diesem Zusammenhang erwähnte Wunderlich, dass gerade die jüngsten Überschwemmungen in Bayern und anderen Bundesländern verheerende Folgen hatten: "Zum Beispiel Rottal-Inn. Dort regnete es in einer Stunde zwischen 60 und 80 Liter auf den Quadratmeter. An diesen Orten spricht man von keinem Jahrhundert-, vielmehr von einem Jahrtausendhochwasser. Die Folgen konnten wir alle im Fernsehen beobachten und auch in den Zeitungen lesen. Hier gilt unser Mitgefühl an die in den Fluten umgekommenen Menschen und deren Familien. Viele stehen am Rande des Ruins." Zum Vergleich führte Wunderlich an, dass bei dem Unwetter in Neuenmarkt/Hegnabrunn am 2. August 2014 60 bis 80 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter waren.


Integrales Konzept

Wunderlich sprach auch das Integrale Hochwasserschutzkonzept an, das zwischenzeitlich erstellt und dem Gemeinderat vorgestellt wurde. Es beinhaltete das gesamte Gebiet von Neuenmarkt und Hegnabrunn. Wunderlich bezeichnete es als eine Mammutaufgabe, vor allem aus finanzieller Sicht: "Es muss davon ausgegangen werden, dass die Umsetzung des Konzeptes circa zwölf Millionen Euro kosten wird. Grundstückskäufe, Entschädigungen und weitere vertragliche Angelegenheiten noch nicht einbezogen. Eine stolze Summe, welche nicht von heute auf morgen aufgebracht werden kann und verständlicherweise natürlich auch nicht in einer relativ kurzen Zeit komplett umgesetzt werden kann. Aber nur eine solche Maßnahme ist zuschussfähig und das ist ein ganz wichtiger Punkt. Beim objektbezogenen Hochwasserschutz werden nur einzelne Gebiete vom Hochwasser geschützt. Natürlich ist dies nicht so kostenintensiv wie das integrale Konzept aber leider nicht zuschussfähig. Das heißt in der Konsequenz, die Anlieger müssten für eine solche Maßnahme mit Beiträgen zur Kasse gebeten werden."
Zwischenzeitlich wurde von der Gemeindefraktion der CSU-WG ein Antrag gestellt, das Amt für ländliche Entwicklung mit in die Planung und in eine Förderung mit einzubeziehen. Dies wurde positiv beurteilt und Wunderlich erklärte weiter: "Da jetzt die Weichen gestellt worden sind, muss nur noch die Entscheidung der Behörden abgewartet werden. Dann könnte damit begonnen werden, einzelne Abschnitte des integralen Konzeptes umzusetzen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass finanzielle Mittel frei sind. Aber eins ist auch sicher, bei der in der heutigen Zeit vorliegenden meteorologischen Lage wird es keinen hundertprozentigen Schutz bei solchen Naturereignissen geben."
Die CSU Neuenmarkt-Hegnabrunn stehe für eine weitere Entwicklung der Gemeinde und dazu gehört die Planung und Ausweisung eines neuen Baugebietes. Wunderlich verwies in diesem Zusammenhang auf sehr konstruktive und zielführende Gespräche mit den Altanliegern. In Kürze wird hier noch ein Ortstermin stattfinden. Abschließend stellte Wunderlich fest: "Ihr seht, es gibt in vielen Bereichen einiges zu tun. Wir Gemeinderäte und wir als CSU wollen mit einer sachlichen, aber fundierten Arbeitsweise dazu beitragen, dass das Boot Gemeinde Neuenmarkt wieder in ein ruhigeres Fahrwasser zurückkehrt."
Als Delegierte für die Kreisdelegiertenversammlung wurden gewählt: Gernot Kintzel, Wolfgang Hörath, Anette Balzar-Mohr, Marcus Pöhlmann und Alexander Wunderlich.
Werner Reißaus