Gleich vier Tagesordnungspunkte rund um Grünanlagen und Klimaschutz beschäftigten den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.

Nach der Vorstellung des neuen Grünflächen-Konzeptes durch den Klimaschutzmanager Stefan Richter (wir berichteten) kam der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, den Beitritt der Stadt Münnerstadt zum Klimabündnis der Europäischen Städte und Gemeinden zu prüfen, auf den Tisch. Nach einem Antrag zur Geschäftsordnung von Leo Pfennig (Freie Wähler) stimmten elf der 19 anwesenden Stimmberechtigten dafür, das Thema bis zum 1. Oktober zu vertagen.

Christine Martin und Johannes Wolf (beide Bündnis 90/ Die Grünen) hatten Mitte Mai einen entsprechenden Antrag bei der Stadt eingereicht und auch begründet. In einem ersten Schritt soll ein Vertreter der Organisation in eine Stadtratssitzung eingeladen werden, um die Zusammenarbeit und den Nutzen des Eintritts in das Klimabündnis darzustellen. In einem nächsten Schritt soll dann eine Entscheidung über den von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen präferierten Beitritt der Stadt Münnerstadt zum Klimabündnis herbeigeführt werden.

Nicht der richtige Zeitpunkt

Weil Münnerstadt ja nun einen Klimaschutzmanager hat, der ohnehin bei der Sitzung anwesend war, überließ es Bürgermeister Michael Kastl (CSU) Stefan Richter, etwas dazu zu sagen. Denn er soll ja ohnehin ein Klimaschutzkonzept für die Stadt entwickeln. Münnerstadt solle auf jeden Fall dem Klimabündnis beitreten, sagte Richter. Es müsse aber der richtige Zeitpunkt sein. "Wir geben da ja auch Verpflichtungen ab", macht der Klimaschutzmanager deutlich.

Es sei eine gute Idee, aber nicht der richtige Zeitpunkt, meinte auch Michael Kastl. Stefan Richter müsse sich noch intensiver damit beschäftigen. Wenn Einverständnis bestehe, würde er den Punkt zeitnah zur Abstimmung bringen.

Das sah Johannes Wolf allerdings ein wenig anders. Man könne schon einen konkreten Schritt gehen und eine Vertreterin der Organisation einladen. "Wir haben den Antrag vor zwei Monaten gestellt, jetzt muss es voran gehen", sagte Christine Martin dazu.

Die Stadt nehme sich ja dem Thema an, der Klimaschutzmanager werde sich damit beschäftigen, meinte Michael Kastl. Es spreche nichts dagegen. "Ich hatte um Zeit gebeten", sagte Stefan Richter dazu. Die brauche er einfach, um sich da einzuarbeiten. Er versicherte aber: "Wir kriegen das zeitnah hin."

Vorwurf: Wahlkampf

Er sei etwas skeptisch gewesen bei dem Antrag, aber nicht dagegen, sagte Leo Pfennig (Freie Wähler). Auch der Beitrag von 231 Euro pro Jahr sei kein Problem. Aber die Stadt gehe konkrete Verpflichtungen ein. Es müsse jetzt ein Prozess angestoßen werden, an dessen Ende der Beitritt steht. Für ihn, so Leo Pfennig, habe der Antrag der Grünen zum jetzigen Zeitpunkt etwas mit Wahlkampf zu tun. Diesen Vorwurf konnte Johannes Wolf nicht nachvollziehen.

Erst nach der Bundestagswahl

So stellte Leo Pfennig einen Antrag nach der Geschäftsordnung, dass dieses Thema auf den 1. Oktober dieses Jahres vertagt wird. Er bekam die notwendige Mehrheit.

Gegenüber unserer Zeitung versicherte Leo Pfennig noch einmal, dass er nicht gegen den Beitritt sei. Es müsse nur richtig vorbereitet und nach der Bundestagswahl sein. Er geht davon aus, dass es dann sogar einen einstimmigen Beschluss geben kann.