Sabine Hofmann (36) hat die Ausbildung zur Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung abgeschlossen. Und obwohl sie immer glaubte, in Sachen Haushalt bewandert zu sein, hat sie eine Menge dazu gelernt. "Ich bin eigentlich gelernte Bürokauffrau und arbeite auch in diesem Beruf. Als ich in Elternzeit war, habe ich den Flyer von der Schule in Kulmbach gesehen und habe mich spontan angemeldet", erzählt Hofmann. Bis letztes Jahr hat sie die Schulbank gedrückt. "Was mir so gut gefallen hat, waren all die kreativen Sachen. Mir hat das Kochen sehr gut gefallen. Denn ich habe gelernt, wie man Grundwissen abwandeln kann", erzählt die Kronacherin.


Karpfen filetieren

In der Schule hat sie sich an Dinge "herangetraut", die sie bislang gemieden hat: Fisch zum Beispiel. "Inzwischen kann ich Karpfen filetieren. Und wenn man Karpfen frittiert, das schmeckt wunderbar", schwärmt sie. Voraussetzung allerdings ist, dass die vielen Gräten entfernt sind. Auch der Schnellkochtopf war für Sabine Hofmann bislang immer ein Tabu. "Ich habe den einfach nicht verwendet. Aber jetzt möchte ich ihn gar nicht mehr missen", erklärt Hofmann.
Besonders gerne erinnert sich Sabine Hofmann an den Kloß-Workshop, an dem sie im Rahmen der Ausbildung teilgenommen hat. Alle Teilnehmer haben ihr ganz persönliches Rezept verraten. Das Ergebnis: mehr als 20 verschiedene Kloßspezialitäten - süß oder deftig, als Beilage oder als Hauptgericht. "Diese Rezepte sind wirklich toll. Ich habe erst heute wieder Klöße mit Zwetschgen gemacht", verrät die Absolventin.
Nicht nur für Haushalt und Küche gibt die Fachschule wertvolle Tipps, effektiver und zeitsparender zu arbeiten, sondern auch der Hausgarten ist ein Thema. "Wir säen, gärtnern, pflegen und ernten. Und wir verwerten die Produkte dann natürlich auch", betont Ursula Willenberg vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach. "Diese Ausbildung ist die Basis, um sein Berufsfeld in Richtung Hauswirtschaft zu erweitern. Wir behandeln auch Haushalts- und Finanzmanagement, Berufs- und Arbeitspädagogik. Es geht um Theorie und Praxis", so Willenberg.


Nachhaltiges Wirtschaften

Ein großes Thema bei der Ausbildung ist nachhaltiges Wirtschaften. "Nicht selten überlegen die Frauen, die die Ausbildung absolviert haben, hinterher, ob sie sich in diesem Bereich selbstständig machen wollen", erklärt Willenberg. "Die Fachschule ist die Basis, um als Hauswirtschafterin tätig zu sein oder um sich zur staatlich geprüften Fachkraft der Hauswirtschaft weiterzubilden", verrät Willenberg.
Die Kronacherin indes ist - trotz ihrer Ausbildung in Kulmbach - wieder in ihren früheren Beruf zurückgekehrt und ist weiterhin als Bürokauffrau tätig. Gebracht hat ihr die Ausbildung trotzdem eine Menge. Denn sie führt den eigenen Haushalt effektiver, sie kann Zeit sparen: Zeit, die letztlich wieder der Familie zugute kommt.
Die Ausbildung an der Landwirtschaftsschule in Kulmbach gibt es übrigens schon seit den 90er Jahren. Bislang hat nur ein einziger Mann diese Ausbildung absolviert. "Wir haben das Unterrichtsmodell so gewählt, dass man es sogar in einen Vollzeitjob integrieren könnte. Die Teilzeitbeschulung ist auch für junge Frauen mit kleinen Kindern machbar. Immer wieder haben wir Frauen, die in Elternzeit diese Ausbildung machen", sagt Willenberg.
Für den am 5. Oktober beginnenden Kurs sind noch einige Plätze frei. Die Landwirtschaftsschule Kulmbach hofft auf Kurzentschlossene.