Robert Hart hat's nicht leicht. Er war viel unterwegs in den letzten Wochen und Monaten. Der 61-jährige Brite tingelt als Sänger zweier Bands durch die Lande und über Kontinente. Derzeit bestimmt Manfred Mann's Earthband seinen Terminkalender (bis Ende 2020 sogar, wenn es zusammen mit Status Quo auf Deutschland-Tour und am 2. November auch nach Hof geht). 2011 trat er bei der Eartband in die Fußstapfen (Stimmbänder?) eines Mick Rogers, Chris Thompson oder Noel McCalla. Dazwischen wandelt Robert Hart, der als Songwriter einige Nummer-1-Hits für andere Künstler komponierte, auch auf Solopfaden bzw. mischt im Kreise eines großen Symphonie-Orchesters, zusammen mit Alice Cooper, bei Rock meets Classic mit. Am 11. März gastieren sie zusammen in der Bamberger Brose-Arena. Im Vorfeld stand Robert Hart, der auch bei der 1973 gegründeten Supergruppe Bad Company seine Stimme abgab und mit Small-Faces-Schlagzeuger Kenny Jones zusammenarbeitete, für ein Interview mit unserer Zeitung zur Verfügung.

Was hast du von den früheren Rock-meets-Classic-Veranstaltungen schon gehört?

Robert Hart: Ich habe gehört, dass das überragende Shows sind, bei denen viele Hits zu hören sind und jeder, der da mitgemacht hat, danach total happy von der Bühne gegangen ist. Daher bin ich ganz schön aufgeregt, dass ich dabei sein darf.

Wie bist du mit Mat Sinner, dem musikalischen Leiter, in Kontakt gekommen?

Er wollte mich als Sänger von Manfred Mann haben. Dann haben wir uns mal gesprochen, als wir bei einer gemeinsamen Veranstaltung waren. Da fragte er mich noch mal, ob ich das machen wollte, und ich freue mich, da jetzt dazuzugehören. Er hat eine fantastische Band.

Welche Songs wirst du aufführen?

Ich denke, wir wählen ein paar Stücke von Manfred Mann's Earthband und ein paar von Bad Company aus. Also keine eigenen Stücke, wir bleiben bei den Hits der Bands. Ich kenne es zwar noch nicht, aber wir spielen ja bestimmt vor einem gemischten Publikum und da kann man kein Material bringen, das nur die eigene Fangemeinde kennt. Und diese Mischung macht den absoluten Reiz aus, das wird fantastisch.

Was hältst du vom Line-up mit den anderen Kollegen, wie Alice Cooper und so?

Darüber bin ich sehr glücklich. Ich mag Alice Cooper. Das letzte Mal, als ich ihn gesehen habe, liegt so rund 25 Jahre zurück. Da hat er uns, also Bad Company, angesagt, als wir in Phönix/Arizona auftraten. Schon deswegen bin ich immer ein großer Fan von ihm. Ich kenne Danny Bowes und Luke Morley von "Thunder" sehr gut. Ich liebe diese Band. Mit Robin Zunder von "Cheap trick" habe ich schon mal mit Bad Company zusammengespielt und auf "Mother's finest" freue ich mich und bin mal gespannt, was die so bieten. Ich denke, das Line-up ist vielversprechend.

Warst du schön häufiger in Deutschland unterwegs?

Ja natürlich. Wo bist du daheim? In Bamberg? Ach ja Bayern ist eine sehr schöne Gegend. Mit Bad Company war ich nie in Deutschland. Während meiner Phase ging es nur durch Süd- und Nordamerika, Kanada und England. Aber die Earthband hat in Deutschland ein treues Publikum.

Ich habe gelesen, dass du mit Zak Starkey (Sohn von Ringo Starr) und Russ Ballard häufiger zusammengearbeitet hast, wobei Russ ein echter Freund zu sein scheint. Ist dem so?

Ja, das trifft zu. Zak hat auf meinem letzten Album Schlagzeug gespielt. Und Russ kommt auch nach Deutschland, damit wir uns mal wieder treffen. Ich schrieb mit ihm zusammen alle meine Songs. Wir sind gute Kumpels. Hören wir vielleicht "Feel like making love" bei Rock meets classic samt Orchester?

Ich glaube eher nicht, aber ich bin mir noch nicht sicher. Was denkst du über die Zusammenarbeit mit klassisch ausgebildeten Musikern?

Das wird spannend. Ich habe das zuvor noch nie gemacht. Das ist auch für mich etwas absolut Neues. Deswegen bin ich auch schon ganz schön aufgeregt.

Die Fragen stellte Ralf Kestel.