Es ist ein großes Projekt, welches das Johannische Sozialwerk auf dem sogenannten Hymerschen Acker zwischen der Behringersmühler Straße und der Badangerstraße am Einfallstor von Gößweinstein aus Richtung Behringersmühle und Höhenschwimmbad kommend plant.

Dort, wo jetzt noch eine Wiese und ein Schotterparkplatz sind, soll eine neue Kindertagesstätte mit etwa 72 Kindergarten- und Hortplätzen entstehen. Weiterhin sollen auf dem Areal zwei große Wohnhäuser mit jeweils bis zu sechs Wohneinheiten gebaut werden und noch zusätzlich eine überdachte, 2208 Quadratmeter große Parkplatzanlage für 104 Autos mit einer Solaranlage entstehen. Die Stellplätze sollen gemeinsam von den späteren Bewohnern der Wohnanlage, der Kindertagesstätte und dem Hotel "Stempferhof" genutzt werden.

Für dieses Großprojekt hat nun das Berliner Büro Gestaltungswerk beim Markt Gößweinstein ein Entwurfskonzept eingereicht mit dem Ziel einer Stellungnahme durch den Marktgemeinderat, ob dieses Bebauungskonzept Zustimmung findet, bevor beim Landratsamt Forchheim eine Bauvoranfrage eingereicht wird. Einhellig stimmten die Marktgemeinderäte im Bau- und Umweltausschuss dem Bebauungskonzept mit Anregungen grundsätzlich zu.

Gestalterisch aufpassen

Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) begrüßte die Anfrage des Planungsbüros ausdrücklich. "Grundsätzlich sollte man dafür dankbar sein", betonte auch Konrad Schrüfer (FW). Er betonte allerdings, dass man gerade am Ortseingang gestalterisch aufpassen sollte, damit durch zu hohe Gebäude das Ortsbild nicht in Mitleidenschaft gezogen und der Blick auf Burg und Basilika nicht beeinträchtigt werde. Der Bauamtsleiter Manfred Neuner konnte Schrüfer jedoch beruhigen. Denn aus dem Konzept gehe hervor, dass ein Stockwerk weniger als ursprünglich geplant gebaut werden soll, also Erd-, Ober- und Dachgeschoss. "Grundsätzlich können wir froh sein, dass nach 33 Jahren dieses Bauland nun auch bebaut werden soll", meinte Zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD), der sich zudem freute, dass der bestehende Bebauungsplan "Stempferhof-Steinacker-Büchenstock" nach den neusten Plänen voraussichtlich nicht geändert werden muss. Daniela Drummer (FW) fand es "wunderbar", dass der bestehende Johannische Kindergarten vergrößert beziehungsweise neu gebaut werden soll. Skeptisch äußerte sich Drummer zu den überdachten Stellplätzen: "Nicht, dass das dann wie eine Autofirma ausschaut."

"Ich finde es toll, dass auf die Dächer der Stellplätze eine alternative Energieform draufkommt", betonte der Rathauschef Zimmermann jedoch.

Dritter Bürgermeister Manfred Hänchen (CSU) wies darauf hin, dass man sich Gedanken wegen des dann erhöhten Verkehrsaufkommens in diesem Gebiet machen müsse, auch weil die Zufahrt für den Kindergarten von der Badangerstraße aus vorgesehen ist und keine Garagen geplant sind. Eine Zufahrt von der Behringersmühler Straße direkt auf das Gelände ist wahrscheinlich nicht möglich, da es sich um eine Staatsstraße handelt.

Verkehrschaos befürchtet

"Im schlechtesten Fall werden 72 Fahrzeuge die Kinder bringen auch wieder holen", meinte Hans Heckel (CSU). Dies könnte zu einem Verkehrschaos führen und man sollte sich daher laut Heckel überlegen, ob man die Badangerstraße nicht als Einbahnstraße ausweist.

In einem allgemeinen Wohngebiet, um das es sich hier handelt, sind bisher keine Mehrfamilienhäuser zulässig. Dies könnte man aber durch eine Änderung des Bebauungsplans erreichen. Abzuklären ist auch noch, ob das Staatliche Bauamt Bamberg eine Bebauung bis auf zehn Meter an die Staatsstraße 2119 zulässt.