Karl-Heinz Hofmann Der Schulverband Kronach III hat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig wichtige Entscheidungen zur Generalsanierung der Gottfried- Neukam-Mittelschule in Kronach getroffen. Vor der Beschlussfassung hatten André Völk (Geschäftsführender Gesellschafter) und Sabine Porzel (Gesellschafterin) vom Büro Spindler und beratende Ingenieure-Architekten Kronach, sowie Jochen Gleich, Geschäftsführer von TechnoPlan Ingenieurgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung Marktrodach, ausführlich informiert über die anstehende Generalsanierung, deren Planungsstand, über Kosten und die technische Gebäudeausrüstung.

Bei den vorgestellten Lüftungskonzept-Varianten entschied sich das Gremium für die große Lösung. Diese würde zwar circa 800 000 Euro Mehrkosten bedeuten, wenn man aber die Förderung abziehe, bleiben für den Schulverband für die gesundheitsfördernde, lüftungstechnische Lösung (Vollbelüftung) nur noch 232 000 Euro an Eigenanteil übrig. Bei laut André Völk geschätzten Gesamtkosten der Generalsanierung von rund 15,6 Millionen Euro dürften die rund 230 000 Euro zu stemmen sein, waren sich die Verbandsvorsitzende Angela Hofmann und Geschäftsführer Jörg Schnappauf einig. Auch das Gremium stimmte einstimmig zu.

Spezielles Konzept

Die Generalsanierung soll in den nächsten drei Jahren durchgeführt werden. Dabei werde das sogenannte Lernhauskonzept umgesetzt, erklärte Sabine Porzel. Das Münchner Lernhauskonzept ist ein Konzept für den Neubau von Schulgebäuden, welches die besonderen räumlichen, pädagogischen und personalorganisatorischen Anforderungen von Schulen berücksichtigt. Um es umsetzen zu können, wird das vorhandene Treppenhaus im Innenbereich nach außen versetzt. Dadurch erhält man im Innenraum wesentlich mehr Platz für Lehrräume. Der für die barrierefreie Erschließung der Schule notwendige Aufzug wird auf Anregung der Schulleitung größer geplant, um auch den Transport multimedialer Geräte ausreichend gewährleisten zu können.

Während der Bauzeit von Sommer 2021 bis Ende 2024 müssen Klassenzimmer ausgelagert werden. Dafür ist eine Containerlösung auf dem Volleyballfeld vorgesehen. Verbandsrat Matthias Simon (FW) regte an zu überlegen, ob man nicht einen weiteren Neubau vorsehen sollte. Im Laufe der Zeit wird es weitere Sanierungen an den anderen Schulen geben, wofür wieder Klassenauslagerungen erforderlich sind. Für die nicht geringe Miete von einigen Millionen Euro für Container könne man sicher über ein neues Gebäude nachdenken, welches dem Schulverband gehöre.

Angela Hofmann fand den Vorschlag für prüfenswert. Allerdings wird man dazu den Landkreis Kronach und den Zweckverband Schulzentrum mit einschalten müssen.

Haushaltsplan verabschiedet

Geschäftsführer Jörg Schnappauf stellte das Zahlenwerk des Haushaltes für 2021 und den Finanzplan 2020 bis 2024 vor. Um es vorwegzunehmen, sowohl die Haushaltssatzung und Haushaltsplan mit Stellenplan für 2021 wie auch die Finanzplanung 2020 bis 2024 erhielten das einstimmige Votum der Verbandsversammlung.

Der Ergebnishaushalt schließt mit Erträgen von 1 109 100 Euro und Aufwendungen von 1 108 300 Euro ab, was ein Plus von 800 Euro ergibt. Im Finanzhaushalt sind rund 1,482 Millionen Euro an Investitionen geplant, wovon 1,3 Millionen für die Generalsanierung angesetzt sind. An Kreditaufnahme für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen ist eine Million Euro festgesetzt.

Die Umlage des durch Erträge nicht gedeckten Bedarfs zur Finanzierung der laufenden Aufwendungen wird auf 552 000 Euro angesetzt. Daraus ergibt sich eine Schulverbandsumlage pro Verbandsschüler von 2 164,71 Euro. Somit beträgt die Verbandsumlage für 210 Schüler der Stadt Kronach 454 568 Euro und für Wilhelmsthal, das 45 Schüler entsendet, fallen 97 412 Euro an Verbandsumlage an. Für weitere rund 190 Gastschüler (insgesamt werden 446 Schüler an der Gottfried-Neukam- Mittelschule unterrichtet) erwartet man eine Entlastung von rund 200 000 Euro.

In den vergangenen Jahren legte man großen Wert auf den Schuldenabbau, ohne damit die Mitgliedsgemeinden belasten zu müssen. Am Jahresanfang 2019 standen 2 776 114 Euro Schulden in der Bilanz. Im Jahr 2019 konnten rund 300 000 Euro an Schulden reduziert werden. 2020 rechnet man mit weiteren rund 450 000 Euro an Schuldenreduzierung. Im Jahr 2021 erwartet man dagegen aufgrund der Investitionstätigkeit Generalsanierung einen Schuldenanstieg auf 2 886 231 Euro.

Mehr Tablets für die Schule

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat die Erhöhung der Mittel des Förderprogramms "Sonderbudget Leihgeräte (SoLe)" mitgeteilt. Nach Rücksprache mit der Schulleitung wurde der Bedarf an weiteren Leihgeräten ermittelt. Es soll die Ausschreibung und Beschaffung von weiteren Surface Tablets erfolgen. Bereits am 15. Juli wurde die Beschaffung von 50 Surface Tablets im Wert von 46 300 Euro beschlossen. Es sollen gleiche Geräte beschafft werden. Hierzu wurde die Verbandsvorsitzende einmalig ermächtigt, über die in der Sitzung vom 15. Juli festgelegte Höchstsumme von 20 000 Euro hinaus, die Ausschreibung, Beschaffung und Auftragserteilung für weitere Leihgeräte durchzuführen. Die Gesamtsumme wurde bis auf 30 000 Euro begrenzt.

Angela Hofmann informierte, dass der Zweckverband Schulzentrum eine Videoüberwachung in kritischen Bereichen am Schulzentrum eingeführt hat, um dem Vandalismus zu entgegnen und präventiv eine Überwachung zu haben.

Das Mobilitätskonzept hatte in der Schülerbeförderung seine Anfangsschwierigkeiten. Es wurden seitens der Mobilitätszentrale jedoch mehrere Verbesserungen vorgenommen. Kleinere Probleme bestehen noch, es werde aber an Lösungen mit Busfirmen und Mobilitätszentrale gearbeitet, informierten Schnappauf und Hofmann.