Der Haushalt der Marktgemeinde, der in der Sitzung am Donnerstag verabschiedet wurde, ist auf Kante genäht. "Kerninvestition" ist laut Vorbericht die laufende Dorferneuerung in der Ortsmitte. Der Wegfall der Straßenausbaubeiträge reiße ein größeres Loch in den Haushalt. Der schließt im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben von 5,3 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 3,1 Millionen Euro.

"Durch die Baumaßnahme finanziell angespannt hat uns der Wegfall der Straßenausbaubeiträge zum ungünstigsten Zeitpunkt erwischt", erklärt Bürgermeister Friedrich Gleit smann. Die vom Staat angekündigten "Ersatzleistungen" würden auf sich warten lassen. Die Gemeinde müsse die ganze Maßnahme zwischenfinanzieren. Das sei auch der Grund dafür, dass bereits geplante Investitionen auf später verschoben werden müssen.

Dazu zählen die Erweiterung der Straßenbeleuchtung, Anschaffungen für den Bauhof oder - das wäre ein Anliegen des Bürgermeisters - der Ausbau eines Archivs im Dachgeschoss des Rathauses.

Auf die Warteliste

Auch der geplante Umbau der Ebrachtalhalle sei in diesem Jahr nicht zu schultern. "Größere Straßensanierungen können wir uns derzeit nicht leisten", sagt Bürgermeister Gleitsmann weiter. Glücklicherweise stehe aktuell nichts an, da im Bereich Gemeindestraßen in den vergangenen Jahren viel getan worden sei.

Zurückgestellt wurde auch das - bereits vergebene - Gewässerentwicklungskonzept. "Im Gemeindegebiet gibt es viele Teiche, da kommen immer wieder Auflagen", sagt Gleitsmann. Durch das Gewässerkonzept solle alles einmal "sauber aufgearbeitet werden".

Die Gewerbesteuer hat Geschäftsleiterin Jasmin Götze in diesem Jahr mit 950 000 Euro und damit höher als im Vorjahr angesetzt. Vom langjährigen Durchschnitt in Höhe von 1,25 Millionen ist man damit aber noch weit entfernt. Nach einer Nullrunde 2018 bekommt die Marktgemeinde wieder eine Schlüsselzuweisung. In Höhe von 271 800 Euro schlägt sie sich bei der Einnahmenseite im Verwaltungshaushalt nieder.

In den kommenden Jahren werde sich die finanzielle Lage jedoch etwas entspannen, glaubt Götze. Auch die inzwischen ziemlich aufgebrauchten Rücklagen könnten dann wieder aufgebaut werden, hofft sie. Inzwischen hat sie an Strabs-Ersatzleistungen beantragt, was möglich ist.

Bei den Investitionen im Vermögenshaushalt steht die Dorferneuerung mit 1,3 Millionen an erster Stelle. Die Wasserleitung in der Hauptstraße, Kanäle und Hausanschlüsse schlagen mit weiteren 310 000 Euro zu Buche. Ein größerer Brocken ist auch die Kanalsanierung in Albach, die mit 240 000 Euro angesetzt ist.

Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt wurde mit gut 775 000 Euro errechnet. Der Haushalt konnte ohne neue Kredite ausgeglichen werden. see