Der Bau eines Lehrschwimmbeckens an der Grund- und Mittelschule Neuenmarkt-Wirsberg ist vorerst kein Thema. Verbandsvorsitzender Alexander Wunderlich sprach von einem Mammutprojekt, das in der jetzigen Zeit schwer umzusetzen sei. Vielmehr hatte Wunderlich einen praktikableren Vorschlag: Die Einführung von Schwimmwochen in den beiden Freibädern von Wirsberg und Himmelkron, um den Kindern das Schwimmen beizubringen. "Ich denke, dass wir in diesem Sommer in enger Abstimmung mit unserer Schulleitung starten können", sagte er.

Der Markt Wirsberg hatte für den Bau eines Lehrschwimmbeckens einen Antrag auf eine Machbarkeitsstudie mit Kostenschätzung, Abschätzung der Folgekosten und Klärung staatlicher Fördermöglichkeiten gestellt. In seiner Begründung führte der Markt Wirsberg an, dass ein Lehrschwimmbecken nicht nur für die Schwerpunktschule Neuenmarkt-Wirsberg mit den angeschlossenen Verbandsgemeinden eine Bereicherung wäre, sondern auch ein wichtiger Standortfaktor für den Nahraum.

Der Markt Wirsberg stellte außerdem fest, dass die millionenschweren Investitionen in den Schulkomplex samt Dreifachsporthalle mit der Angliederung eines Lehrschwimmbeckens eine sinnvolle Vervollständigung erhalten würden. Hinzu komme, dass ein Schulschwimmbecken in Verbindung mit den Freibädern Himmelkron und Wirsberg sowie dem Goldbergsee Marktschorgast und dem Badesee Trebgast das gesamte Jahr über schulischen Schwimmsport und Aktivitäten für Vereine garantieren würde.

Der Markt Wirsberg kam in seinem Antrag zum Ergebnis: "Nachdem die vier Kommunen mit eigenen Sommer-Schwimmmöglichkeiten ihre Bäder auch selbst unterhalten, sollte es fünf Schulverbandskommunen möglich sein, ein zukunftsweisendes Gemeinschaftsprojekt finanziell zu schultern."

Verbandsvorsitzender Alexander Wunderlich gab dazu die Stellungnahme der Verwaltung aus dem Rathaus Neuenmarkt bekannt, die für den Mittelschulverband zuständig ist. Danach müsse mit Kosten von 5,2 Millionen Euro kalkuliert werden, die staatliche Förderung liege derzeit bei 75 Prozent. Nicht unerheblich ist ein jährliches Defizit bei den Unterhaltskosten, das bei einem 25-Meter-Lehrschwimmbecken mindestens bei 100 000 Euro liege.

Entscheidend für eine Förderung ist aber, dass ein schulischer Bedarf von grundsätzlich mindestens 40 Sportklassen voraus gesetzt wird. Verbandsvorsitzender Alexander Wunderlich: "Wir verfügen derzeit aber nur über 17 Klassen."

Wunderlich machte dennoch deutlich, dass man den Antrag der Nachbarn aus Wirsberg sehr ernst genommen habe: "Es ist leider heutzutage so, dass die Kinder nicht mehr richtig das Schwimmen lernen. Und das war auch der Ansatz für den Marktgemeinderat Wirsberg. Aber jetzt haben die Recherche und die Ausarbeitung unserer Verwaltung gezeigt, dass dieses Vorhaben wirklich mit sehr vielen Hürden verbunden ist. Wir wollen aber den Antrag unserer Nachbarn nicht auf die leichte Schulter nehmen. Deshalb bin ich in enger Abstimmung mit unserer Schulleitung, Rektor Mathias Liebig und Konrektorin Eva-Maria Sachs, zu dem Ergebnis gekommen, dass wir in den Monaten, in denen wir das Freibad besuchen können, Schwimmwochen anbieten. Darunter verstehe ich nicht nur, dass sich die Kinder bei einer Stunde Sportunterricht 45 Minuten im Wasser bewegen. Es sollen vielmehr komplette Schwimmwochen eingerichtet und die Klassen über drei bis vier Wochen im Wechsel nach Wirsberg oder Himmelkron in die Freibäder gebracht werden, um dort zwei, drei Stunden hintereinander Schwimmunterricht zu bekommen."

Fit für das "Seepferdchen"

Die Erfahrung zeige, so Wunderlich weiter, dass ein Kind ab dem 5. Lebensjahr bei 20 Übungsstunden à 30 Minuten bereits in der Lage ist, die Prüfung zum "Seepferdchen" zu bestehen. "Natürlich müssen wir auch dafür sorgen, dass die Kinder zum Schwimmunterricht gebracht und auch wieder abgeholt werden, aber das ist alles eine organisatorische Sache. Ich denke, das ist nicht nur für die Kinder ein Gewinn, sondern auch für die Eltern." Zudem sei das für den Schulverband die kostengünstigere Variante, die auch von den Bürgermeistern Jochen Trier (Wirsberg), Gerhard Schneider (Himmelkron) und Herwig Neumann (Trebgast) so mitgetragen werde.