Noch einmal das Meer sehen, eine letzte Fahrt ins Fußballstadion zu einem Spiel des Lieblingsvereins, noch einen gemeinsamen Ausflug mit der Familie oder Theaterbesuch - diese letzten Wünsche schwerstkranker Menschen kann der Arbeiter-Samariter-Bund ab dem Jahresende erfüllen. Dann nimmt der bundesweit 17. Wünschewagen in Franken seinen Betrieb auf. Für das rein ehrenamtliche Projekt sucht die Hilfsorganisation schon jetzt finanzielle Unterstützung und Menschen, die sich dabei engagieren wollen.

Vertreter des Arbeiter-Samariter-Bundes aus Coburg Stadt und Land sowie aus Kronach erläuterten am Dienstag das Vorhaben. Viele Menschen, den Tod vor Augen, möchten zum Abschluss ihres Lebens nochmals einen Ausflug machen, Orte und Veranstaltungen besuchen, mit denen sie schöne Erinnerungen verbinden. "Genau das ermöglicht der Wünschewagen", so der Coburger ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger. Wobei sowohl das Begleitpersonal als auch der Wagen selbst auf die besonderen Bedürfnisse der Menschen eingehen. In der Regel ist für die Kranken und deren Angehörige die Fahrt selbst ohne Hilfe nicht zu bewältigen.

"Die verantwortungsvolle, ethisch und psychologisch anspruchsvolle Begleitung und Betreuung von schwerstkranken Menschen stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten", weiß Verbandsreferent Florian Eckardt vom ASB-Kreisverband Coburg-Land. Für das Projekt "Wünschewagen" sucht die karitative Organisation schon jetzt Helfer aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Rettungsdienst oder Psychologie. Fahrer sollten mindestens als Sanitätshelfer ausgebildet sein und den Führerschein C1 besitzen. Eine Sanitätsausbildung kann auch beim ASB absolviert werden.

"Der Wünschewagen", so Ingo Holzmann, stellvertretender Geschäftsführer des ASB-Kronach, "ist mit speziellen Stoßdämpfern, einer Musikanlage, einem Sternenhimmel sowie Rundum-Verglasung auf die Bedürfnisse der besonderen Fahrgäste abgestimmt." Darüber hinaus hat der Kleintransporter mit extralangem Radstand eine notfallmedizinische Ausstattung an Bord. "Das ist im Prinzip ein Rettungswagen, aber viel gemütlicher."

Getragen wird das völlig ehrenamtliche Projekt von den ASB-Verbänden Nürnberg, Erlangen, Forchheim, Kronach, Coburg Stadt und Land, Würzburg, Aschaffenburg und Bad Windsheim. Das Fahrzeug wird in Erlangen seinen Standort haben, dort klären Mitarbeiter des ASB auch, ob die Wünsche zu erfüllen sind, organisieren anschließend Termine, Eintrittskarten und anderes mehr. Vor der Fahrt findet stets ein Gespräch mit dem Arzt des Fahrgastes statt.

Obwohl es noch fast vier Monate dauert, bis der fränkische ASB-Wünschewagen an den Start gehen wird, hat ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger aus dem Coburger Hospiz schon eine erste Anfrage: "Das Ziel der Fahrt soll der Froschgrundsee sein", erzählt er. cw