Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Neustadt ist hoch. Um sie zu decken hat die Stadt mit einem Projekt an der Feldstraße erstmals die Initiative ergriffen und wurde mit ihren Kommunalbetrieben zum Bauherrn. 21 Wohnungen in verschiedenen Größen sind dort entstanden und fast bezugsfertig.

"Die ersten Mietverträge laufen ab Februar", erklärt Projektleiter Simon Kuchenreuther. Junge Familien und Senioren mit mittleren und niedrigen Einkommen sind die Zielgruppe, die hier einziehen soll. Bei Besichtigungen mit künftigen Mietern habe es sich gezeigt, dass die barrierefreie Ausführung der Wohnungen und der Einbau eines Fahrstuhls positiv aufgenommen wird. "Es herrscht ein erheblicher Bedarf, so dass die KBN auch künftig barrierefrei bauen wird", so Kuchenreuther.

Der Weg zur Wohnung

Das Haus wird vom Freistaat gefördert. Dabei erhalten die Mieter einen monatlichen Zuschuss zur Miete. Die Vermietung ist daher an einen Wohnberechtigungsschein geknüpft. Den müssen Interessenten bei der Stadtverwaltung beantragen. Mit ihm bekommen sie ihren Mietvertrag und auf der Basis des Mietvertrags dann die Förderung, die sie beim Landratsamt beantragen müssen.

"Wir waren selbst erstaunt, wie sich die vielen Freibeträge für den Wohnberechtigungsschein auswirken. Da wurde in den vergangenen Jahren deutlich nachgebessert", betont Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD). So wurden kurzfristig einige wenige Wohnungen in der Einkommensklasse II frei, weil einige Bewerber aufgrund der Freibeträge Anspruch auf die günstigste Stufe I haben.

Der Mietpreis je Quadratmeter Wohnfläche beträgt in der günstigsten Stufe 4,30 Euro. In der Stufe II sind es 5,30 Euro und in der Stufe II 6,30 Euro je Quadratmeter Kaltmiete. Entfällt eine Förderung, wird ein Mietpreis von 8,20 Euro fällig. Die Förderung muss alle drei Jahre neu beim Landratsamt beantragt werden.

In welcher Größe eine Wohnung gemietet werden kann, hängt von der Familiensituation ab. Für Singles und Paare kommt eine 50 Quadratmeter große Wohnung infrage. Für Drei-Personen-Haushalte gibt es Wohnungen mit 75 und für vier Personen mit 90 Quadratmetern.

Große Nachfrage

Weil sich zeigte, dass offenbar noch weiterhin großes Interesse an solchen Wohnungen besteht, sind die KBN schon in die Planung für ihr nächstes Projekt eingestiegen. Auf dem Gelände der früheren "Märchenschau" sind weitere barrierefreie Wohnungen vorgesehen. Ein Gebäude mit vier Stockwerken wird dort 30 Einheiten bieten.

"In diesem Gebäude können wir uns sogar vorstellen, noch einen Schritt weiterzugehen und mit der Vorbereitung für technische, smarte Wohnungsunterstützung die Barrierefreiheit noch weiter zu verbessern", sagte Armin Münzenberger, Leiter der Stadtwerke Neustadt.

Die Bauarbeiten für dieses weitere Projekt werden im Sommer kommenden Jahres begonnen. Anfang 2023 soll das Gebäude fertig und für die ersten Mieter bezugsfertig sein.

Auf dem Märchenschaugelände sind weitere Projekte anderer Träger geplant. So könnte dort beispielsweise betreutes Wohnen angeboten und ein Kindergarten gebaut werden, um sowohl Senioren als auch jungen Familien attraktive Wohnangebote machen zu können.