Fast alle Rugendorfer Gemeinderäte sind bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr neu gewählt worden. Eine große Palastrevolution hat trotzdem nicht stattgefunden: Die neben Martin Hohlweg aus dem damaligen Gremium verbliebenen Gemeinderäte sind zum Bürgermeister-Trio gekürt worden.

Mit coronabedingt einem Jahr Verspätung sind die vormaligen Gemeinderäte jetzt mit dem Dank der Gemeinde verabschiedet worden, wobei Bürgermeister Gerhard Theuer für jeden der Ehemaligen ein paar launige Anmerkungen hatte.

Sechs Jahre im Gemeinderat waren Friedrich Oertel und Günther Krombholz, der, wie Theuer feststellte, immer wusste, wo etwas zu beschaffen war und sich auch als Straßenbaumeister bewährt hatte. Zwölf Jahre im Gemeinderat waren Ernst Dehler (Bläser in der Dorfmusik und "immer da, wenn jemand gebraucht wurde") sowie Ralf Holzmann (Vorsitzender der Rugendorfer Dorfmusik); er war zudem sechs Jahre Bürgermeister, in dessen Amtszeit unter anderem die Tagespflege eingerichtet wurde, der Schulspielplatz entstand und mit dem Bau einer Arztpraxis die medizinische Versorgung im Ort gesichert wurde.

18 Jahre im Gemeinderat saß Albert Müller ("Spezialist für Strom und Gewässer", Dorfmusiker und Schauspieler in der Theatergruppe). 24 Jahre Gemeinderat waren Hermann Schmidt ("Ideengeber für viele Veranstaltungen") und Manfred Pöhlmann, den Bürgermeister Theuer als "Integrationsbetreuer" bezeichnete, da er immer darum bemüht war, Bauplätze in der Gemeinde vorzuführen, um Neubürger "nach Rugendorf zu locken."

Auch "Hühnerbaron" Fritz Rösch dankte Theuer. Er war 38 Jahre lang Mitglied im Gemeinderat, zuletzt als Zweiter Bürgermeister; "ein Taktiker, Diplomat und Organisator mit einem sehr weit gespannten Netzwerk".

"Fünf Bürgermeister in Rugendorf erlebt" hat Herbert Schmidt in 48 Jahren im Gemeinderat. Er ist wie Rösch ebenfalls Träger der Bürgermedaille, nach wie vor aktiver Dorfmusiker und hatte sich besonders für den Dorfladen eingesetzt. Ihm hätte mindestens ein persönliches Dankschreiben des Bundespräsidenten gebührt, wenn er sich noch zwei Jahre mehr für den Gemeinderat zur Verfügung gestellt hätte, stellte Theuer fest. Klaus Klaschka