Das vergangene erste Corona-Jahr hat bei der Sparda-Bank im Geschäft Spuren hinterlassen. "Gleichwohl waren die Auswirkungen nicht so stark wie zunächst befürchtet", sagte Markus Lehnemann, Vorstandsmitglied bei der Sparda-Bank Nürnberg, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. Die Sparda-Bank ist seit nun 24 Jahren mit einer Filiale in Coburg vertreten. Stephan Kunz, Vertriebsleiter in Coburg: "Vor dem Hintergrund der extrem schwierigen Bedingungen sind wir mit dem Jahresergebnis insgesamt zufrieden." Die Zahl der Girokonten hat sich im Geschäftsjahr 2020 von 7705 auf 7456 (minus 3,2 Prozent) verringert. Beim Einlagengeschäft konnte die Sparda-Bank in Coburg im vergangenen Jahr ein Plus von 4,6 Prozent verzeichnen. Die Einlagen hatten zum Jahresende 2020 einen Bestand von 128 Millionen Euro. Eine moderate Steigerung von 3,45 Prozent auf 99,5 Millionen Euro war beim Kreditgeschäft zu erzielen. Das liegt im Trend der gesamten Bank: Der komplette Kreditbestand kletterte um 10,2 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Nach den Worten von Vorstandsmitglied Lehnemann "boomt seit Jahren das Geschäft mit Modernisierungskrediten".

Traum sind eigene vier Wände

Während in Coburg die Privatkredite unverändert bei rund 1,9 Millionen Euro verharrten, sank das Neugeschäft bei der Baufinanzierung um 13,6 Prozent auf 15,2 Millionen Euro. Rasant die Entwicklung beim Bausparvolumen: Ein Plus von 43,1 Prozent von 6,7 auf 13,9 Millionen Euro verzeichnete der Vertriebsleiter Stephan Kunz in Coburg. Hingegen verringerte sich das Volumen der Bausparverträge bei der Sparda-Bank insgesamt um 5,7 Prozent auf 101,3 Millionen Euro. Markus Lehnemann: "Die eigenen vier Wände - das ist nach wie vor der Traum vieler Coburger."

Das Fondsgeschäft 2020 in Coburg konnte die Sparda-Bank mit einem Plus abschließen und einen Bruttoabsatz in Höhe von 1,1 Millionen Euro vermitteln (plus 15,9 Prozent). "In Zeiten des Niedrigzinses heißt es, interessante Alternativen zu finden. Fonds sind mittlerweile eine der wenigen Sparformen mit guten Renditen", stellte Stephan Lehnemann fest. Die seit nun zehn Jahren dauernde Null- oder sogar Negativzinspolitik wird nach Ansicht des Bankers noch einige Zeit bleiben, "trotz der angestrebten zweiprozentigen Inflationsrate in der EU".

Seit Jahresbeginn lässt sich auch die Sparda-Bank die Führung der Girokonten bezahlen. Fünf Euro pro Monat sind es. Nur junge Kunden - Auszubildende, Schüler und Studenten - müssen die Kontoführung nicht bezahlen. "Dafür ist die Bankkarte in die Kontoführung integriert, und mit der Mastercard kann im Euroraum an allen Geldautomaten Bargeld ohne Kosten abgehoben werden." Eingeführt wurden mit dem Jahreswechsel Entgelte für die Verwahrung von Einlagen. Sie werden fällig bei mehr als 50 000 Euro auf dem Girokonto und Einlagen von mehr als 200 000 Euro mit jeweils einem halben Prozent.

In der Zukunft will die Sparda-Bank in den Mietwohnungsbau einsteigen und hat dafür das Tochterunternehmen Sparda-Immobilien-Welt gegründet.

Das Kreditinstitut zählte im vergangenen Jahr insgesamt 218 316 Mitglieder, was einem Rückgang von 0,8 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht. cw