Varya (14), Yehor (14) und Misha (9) toben gemeinsam mit den anderen Kids durch die Turnhalle des TV 1848 Coburg und probieren Tricks an den Geräten in der Ninja-Warrior-Stunde aus. Eine scheinbar ganz normale Turnstunde – Normalität, die für diese Kinder einen besonderen Stellenwert hat, denn sie sind vor kurzem mit ihrer Mutter Olena (39) aus der Ukraine geflüchtet.

„Sport für alle“ heißt das Projekt, mit dem der TV 1848 Coburg sein Sportangebot für geflüchtete Menschen aus der Ukraine öffnet und erweitert, unterstützt wird es von der Aktion Mensch. Vor kurzem war ein Filmteam des ZDF zu Besuch, um über das Projekt zu berichten.

„Es ist vor allem für Kinder wichtig, dass sie einen geregelten Tagesablauf haben, wieder Routinen entwickeln und soziale Kontakte knüpfen – das funktioniert beim Sport besonders gut“, erzählt Astrid Hess, Vorsitzende des TV 1848 Coburg . Deswegen hat der Verein im Rahmen seines Projektes „Sport für alle“ sein Sportangebot für alle Flüchtlinge aus der Ukraine geöffnet – und das stößt auf positive Resonanz: Neben der Familie nehmen auch bereits weitere Kinder und Mütter aus der Ukraine ab dem Eltern-Kind-Turnen am vielfältigen Programm des Coburger Turnvereins teil.

Eingereicht hatte der TV 1848 Coburg sein Projekt bei der Aktion Mensch, die mit ihrem Programm „Sonderförderung Ukraine: Hilfe für geflüchtete Menschen“ vor allem aus der Ukraine geflüchtete Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche sowie deren Begleitung unterstützen möchte. Dafür öffnete der Coburger Verein nicht nur seine Sportangebote, sondern führte auch neue Sportkurse, wie beispielsweise einen Lauftreff ein, um den zusätzlichen Bedarf zu decken.

Um auf das Projekt auch über Coburg hinaus aufmerksam zu machen, wurden Olena und ihre drei Kinder von dem Filmteam begleitet. Bevor es zur Turnstunde ging, war die Coburger Innenstadt Drehort: Olena und ihre Tochter gaben persönliche Einblicke in ihr Leben in der Ukraine sowie ihr Ankommen in Coburg und ihre ersten Berührungspunkte mit dem Verein. Astrid Hess: „Wir möchten den Menschen aus der Ukraine mit der Öffnung der Sportstunden unsere herzliche Willkommenskultur zeigen. Gerade für die Kinder und Jugendlichen sind neben dem Sport an sich auch die sozialen Kontakte wichtig, die darüber geknüpft werden.“ ahe