Anlässlich Queen Victorias 125. Todestags am Donnerstag, 22. Januar, erinnert die Bayerische Schlösserverwaltung an die familiären Wurzeln der Monarchin in Coburg und ihre Besuche in Schloss Rosenau im 19. Jahrhundert. Heute erfahren Besucher bei den Führungen in Schloss Rosenau Wissenswertes und Anschauliches über Victorias Ehe mit Albert und ihre Besuche. Aber auch in der Coburger Ehrenburg sind die Besuche von Queen Victoria Thema – nicht nur, weil in ihrem Schlafzimmer eine der ersten Toiletten mit Wasserspülung auf dem Kontinent eingebaut wurde.
Sieben mal zu Gast
Queen Victoria (1819–1901) zählte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Das nach ihr benannte „Viktorianische Zeitalter“ steht für industriellen Fortschritt, imperiale Macht, soziale Spannungen und strenge Moral. Während ihrer fast 64 Jahre dauernden Regentschaft besuchte Victoria – Herrscherin über ein Weltreich im 19. Jahrhundert – sieben Mal das Herzogtum und seine Residenzstadt. Vermutlich empfand sie zu Coburg ein Maß an Verbundenheit wie zu keinem anderen Ort außerhalb ihres Reichs. Zum ersten Mal reiste Queen Victoria 1845 nach Coburg. Für sie war die Fahrt eine Erkundungsreise in die Familiengeschichte . Denn auch ihre Mutter Victoire war hier aufgewachsen. 1840 hatte Victoria ihren Cousin, den Coburger Prinzen Albert, geehelicht. Nachdem Victoria in den folgenden Jahren vier Kinder zur Welt gebracht hatte, besuchte sie nun mit ihm zusammen die Orte seiner Kindheit. Seine Erzählungen und die ihrer Mutter, trafen im August 1845 bei der Monarchin auf eigenes Erleben und verschmolzen miteinander.
Besonders angetan war Victoria von Schloss Rosenau , dem Landsitz der Coburger Herzöge. In dem malerisch auf einer Anhöhe gelegenen Anwesen, in dem Albert 1819 geboren wurde, nahm das Ehepaar 1845 Quartier. Wunderschön und friedlich erschien ihr die Atmosphäre des Landschlosses. Gerne ging sie im Park spazieren oder unternahm kleinere Ausfahrten. Die nähere Umgebung der Rosenau erinnerte die britische Königin mancherorts an die Landschaften Schottlands.
Victorias Tagebuchaufzeichnungen über ihren ersten Aufenthalt in Coburg ist zu entnehmen, wie vertraut ihr alles 1845 erschien. Auch dachte die Regentin darüber nach, dass die Rosenau wahrscheinlich ihr Zuhause geworden wäre, wäre sie nicht Königin, sondern nur die Frau an Alberts Seite. „Aber ich werde es immer als mein zweites Zuhause betrachten.“
Außenstelle
Die Schloss- und Gartenverwaltung Coburg als Außenstelle der Schlösserverwaltung betreut mehrere staatliche Objekte: die Veste, Schloss Ehrenburg und das ehemalige Zeughaus in Coburg und in Rödental Schloss und Park Rosenau mit dem Europäischen Museum für Modernes Glas. Zu den etwa 50 Mitarbeitern gehören Verwaltungs- und Aufsichtspersonal sowie Gärtner, die den Park pflegen. Die Schlösserverwaltung weist außerdem darauf hin, dass „in den einmaligen Kulissen der Außenverwaltung“ Veranstaltungsräume vielfältig genutzt werden können. So finden immer wieder auch Abiturfeiern oder Konzerte im Riesensaal der Ehrenburg statt. red