Wenn die Natur erwacht, rückt ein wichtiger Aspekt des Naturschutzes in den Fokus: der verantwortungsvolle Umgang mit Bäumen, Hecken und Sträuchern. „Viele Bürgerinnen und Bürger im Coburger Land engagieren sich bereits mit großer Sorgfalt für ihre Umgebung“, sagt Dirk Ruppenstein, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Natur am Landratsamt Coburg . Doch es gilt laut einer Mitteilung des Landratsamts Coburg ein wichtiges Datum zu beachten: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es vom 1. März bis zum 30. September verboten, Bäume, Hecken, Gebüsche oder andere Gehölze stark zurückzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Auch das Zurückschneiden von Röhrichten ist in diesem Zeitraum untersagt. Verstöße – auch unbeabsichtigte – können als Ordnungswidrigkeit gelten.
Der Hintergrund dieser Regelung: In den Frühlings- und Sommermonaten dienen Gehölze vielen Tierarten als Lebensraum. Vögel brüten, Insekten finden Nahrung, Kleinsäuger Schutz. Wer in dieser Zeit beherzt zur Heckenschere greift, gefährdet mitunter unbeabsichtigt diese wertvollen Lebenszyklen. Ebenso sind Röhrichte an Gewässerrändern unverzichtbar: Sie bieten Brut- und Rückzugsorte für Vögel, Amphibien und Insekten, filtern Wasser und stabilisieren Ufer. Eingriffe in dieser Zeit können diese Funktionen dauerhaft beeinträchtigen.
Schonende Pflege- oder Formschnitte sind laut Landratsamt weiterhin möglich, sofern dabei keine Tiere gestört oder Lebensstätten beeinträchtigt werden.
Neben dem richtigen Zeitpunkt spielen auch die Lage und Struktur eine wichtige Rolle. So unterliegen beispielsweise Gehölze in der freien Natur oder entlang von Gewässern einem weiteren gesetzlichen Schutz. Strukturen wie Baumhöhlen oder -spalten bieten Lebensraum für geschützte Arten, hier gilt ebenso ein höherer Schutz – ob unbewohnt oder bewohnt.
Bei Fragen oder Unsicherheiten steht die untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Coburg unter der Telefonnummer 09561/514-0 gerne beratend zur Verfügung. Dirk Ruppenstein betont: „Der offene Dialog auf Augenhöhe ist uns dabei besonders wichtig – denn ein achtsamer Umgang mit der Natur beginnt im Alltag und wirkt weit über das eigene Grundstück hinaus.“ Gemeinsam sei es möglich, die heimische Landschaft lebendig, vielfältig und lebenswert zu erhalten. red