Seit etwa zehn Jahren soll in Premich ein Dorfladen entstehen. Konkrete Ansätze gab es ab 2016. Ursprünglich sollte das Geschäft in die alte VR-Bank einziehen. Nach einer Bürgerversammlung gründete sich eine Projektgruppe in Premich. Schon vor dem Kauf des Gebäudes durch die Kommune gab es Zweifel an der Umsetzbarkeit - gerade im Hinblick auf die Barrierefreiheit und den Zustand des Hauses.

Nach dem Kauf favorisierte die Kommune den Neubau. Unklar war, ob die Kommune als Bauherr auftritt und das Gebäude vermietet, oder ob die Premicher Gruppe den Laden baut und vermietet.

Die Kosten lägen bei über 800 000 Euro, im Lauf der Jahre landeten Schätzungen bei rund 700 000 Euro. Mit 80 000 Euro wollten sich die Einwohner am Dorfladen beteiligen. 2017 dann der Schock: Der Kommune mit zwölf Ortsteilen war das Projekt zu teuer, es geriet ins Stocken. Kritikpunkt war beispielsweise der Wirtschaftsplan. Streit gab es weiterhin um die Architekturkosten. Einen Auftrag für den Architekten hatten weder Gemeinderat noch Projektgruppe erteilt. 2019 gaben die Räte der Projektgruppe schließlich ihr Placet. Für die Finanzierung wollte die Kommune eine Ausfallbürgschaft übernehmen. Diese sollte das Landratsamt genehmigen. Tat es aber nicht.

Gründe waren nicht ausreichende Unterlagen.

Einen neuen Weg wollte daraufhin der ehemalige Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) einschlagen - die Kommune sollte nun doch als Bauherr auftreten. Dafür hätte es jedoch einen neuen Beschluss des Gremiums gebraucht. Daraufhin wurde es ruhig um das Projekt. Nach der Kommunalwahl im Jahr 2020 gingen der neue Gemeinderat und Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) die kommunalpolitische Altlast mit dem neuen Konzept an. josch