Mit vielen Münzen musste der Bau von Burgen bezahlt werden. Burgen dienten aber auch dazu, Einnahmen zu erzielen, meistens in Form von Münzen.
Zum Beginn der neuen Saison stellt das Deutsche Burgenmuseum auf der Veste Heldburg nun eine Sammlung von Münzen, Münzordnungen und besonderen Dokumenten aus, die mit dem Bau von Burgen zusammenhängen. Die neue Präsentation wurde einer Pressemitteilung zufolge durch einen naheliegenden Förderer ermöglicht, nämlich die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Kreissparkasse Hildburghausen.
Beteiligt an der Präsentation ist aber auch das Germanische Nationalmuseum, es lieferte als Leihgaben bedeutende Münzen, die alle aus verschiedenen Burgen Mitteleuropas stammen. Der Eröffnung nahmen der Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung, Thomas Wurzel (Frankfurt), und Museumsleiter Prof. Ulrich Großmann (Nürnberg) gemeinsam vor.


Räume sind fertig

Mit der neuen Saison sind auch die zunächst nur provisorisch eingerichteten Räume des Deutschen Burgenmuseums fertig. Der Besucher kann nicht nur den Bauvorgang einer Burg nachvollziehen, mit historischen Bauteilen, schweren Steinzangen und anderen Werkzeugen, sondern erfährt auch etwas über die Finanzierung von Burgen. Die Burg als zentraler Ort der Herrschaft diente nicht zuletzt der Finanzierung der Herrschaft. Einkünfte aus Dörfern, landwirtschaftlichen Gütern, Wege- und Brückenzoll ähnlich einer heutigen Autobahnmaut, mussten einkassiert und verwaltet werden. Der Burgherr verlangte eine sorgsame Buchführung, schließlich wollte er wissen, wie viel Geld er besaß und für was es wieder ausgegeben werden konnte. So wurde auch der Bau von Burgen sorgsam dokumentiert.
Das Burgenmuseum zeigt beispielsweise ein typisches Rechnungsheft für den Bau des Heldburger Burgbrunnens, aber auch den Schriftwechsel zwischen dem Landesherren und dem jeweiligen Burgverwalter, beispielsweise für die Thüringische Burg Römhild. Die wichtigen Akten, seit über 130 Jahren verschollen, konnten vom Museum kurz vor der Eröffnung erworben werden. "Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen bot dem jungen Museum eine hervorragende Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und wichtige Akzente zu setzen", wie Thomas Wurzel sagte.


Rechnen wie Adam Ries

Könnte man in vielen Burgen Mitteleuropas heute den Eindruck gewinnen, dass nach der Errichtung nur noch das Geklapper von Schwertern und Rüstungen eine Rolle spielte, erfährt man im Deutschen Burgenmuseum auch eine Menge über Wirtschaft und Finanzen. Wem eine alte Akte jedoch zu trocken erscheint, der kann selbst einmal das "Rechnen auf der Linie" ausprobieren, wie es im Mittelalter üblich war und noch von Adam Ries in seinen Büchern erklärt wurde. Für das Museum wurde ein altes Rechenbrett nachgebaut, auf dem der Besucher üben kann. Natürlich kommen im Museum auch die Fans der Waffen nicht zu kurz. Seit Ostern zeigt das Museum die einzige Sturmleiter, die in einem deutschen Museum erhalten ist, eine schwere Belagerungsarmbrust und einen türgroßen Schild, den Angreifer mühsam vor sich herschoben, um sich halbwegs gedeckt einer Burg annähern zu können. Natürlich: Kämpfe um Burgen gab es häufig - aber eine bedeutende Rolle für Wirtschaft und Finanzen spielten sie immer. red