Nach der Neuaktivierung der Herzogenauracher Ortsgruppe des Bundes Naturschutz (BN) vor einem Jahr waren jetzt 21 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ins Vereinsheim des Gemischten Vogelschutz- und Zuchtvereins gekommen. "Aktuell kann die Ortsgruppe auf 440 Mitglieder verweisen, und unser erstes Jahr mit neuem Vorstand war sehr intensiv, mit vielen, fast wöchentlichen Aktionen", erklärte der Ortsvorsitzende Gerhard Häfner zu Beginn.
Schnell kam das Hauptthema des vergangenen Jahres zur Sprache, die nach Meinung des BN naturzerstörende und Äcker zerschneidende Südumgehung um Niederndorf und Hauptendorf. In einem Herzo-TV-Filmausschnitt wurde die BN-Frühjahrsveranstaltung südlich des Fasanengartens noch einmal vorgeführt. 160 Teilnehmer kamen damals zusammen, unterstützt vom BN-Regionalreferenten Tom Konopka, dem Kreisvorsitzenden Helmut König und dem grünen Landtagsabgeordneten Markus Ganserer. Es folgten drei Erkundungswanderungen entlang der geplanten Trasse am Galgenhof, im Litzelbachtal und am Pfersbachgraben mit jeweils mehr als 100 Teilnehmern. "Aktuell warten wir auf das neue Verkehrsgutachten, das von der Stadt zur frühzeitigen Information versprochen wurde", erklärte Häfner.


BI hat die gleichen Ziele

"Wir sind froh, dass sich zwischenzeitlich auch die Bürgerinitiative Herzo-Süd-Bewahren gegründet hat", so der allgemeine Tenor, "um auch anderen Vereinen und Personen die Möglichkeit zu bieten, sich für mehr öffentlichen Verkehr einzusetzen".
Auch wurden viele Stunden in die Amphibienbetreuung investiert, die in diesem Jahr sehr stark zugenommen hat. Von den betreuten vier Übergängen an den Straßen Dondörflein-Münchaurach, Beutelsdorf-Hammerbach, Nankenhof und Niederndorf-Obermichelbach sei besonders letzterer zu erwähnen. Dort hatte die Kaulquappen-Entwicklung aufgrund der Trockenheit im Frühjahr sehr stark gelitten. "Wir können nur hoffen, dass sich im nächsten Jahr die Population wieder erholt", war die Aussage der Amphibienbetreuerin Elke Eisenack.
Seit 30 Jahren wird das Biotop am Stockberg vom BN in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband gepflegt. Auch Schafe und Pferde werden dabei als Mitarbeiter eingesetzt. Auf Grund des ausbleibenden Regens haben die Himmelsweiher heuer im Biotop als Pferdetränke zu wenig Wasser, so dass dieses Jahr wohl auch die Pferdebeweidung reduziert werden muss. Das Biotop dient auch der Kindergruppe, um sich unbekümmert mit der freien Natur beschäftigen zu können. Monatlich wird bei Wind und Wetter die Natur unter fachlicher Betreuung erkundet.
Lob gab es vom Kreisvorsitzenden, da die Ortsgruppe als erste im Kreisgebiet zusammen mit dem Umweltamt der Stadt und der Unteren Naturschutzbehörde mit der Untersuchung bestehender Ausgleichsflächen begonnen hat. Dabei ergab sich, dass auf einigen Ausgleichsflächen die vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen unvollständig durchgeführt wurden. So wurden mit dem Golf-Club fehlende Maßnahmen in Zusammenarbeit nachträglich erledigt. Weitere Maßnahmen würden noch folgen.
Sehr deprimierend sei für den BN die Tatsache, dass mittlerweile Ausgleichsmaßnahmen nicht mehr vor Ort durchgeführt werden, die der hiesigen Bevölkerung einen Nutzen bringen würden, sondern dass dies in anderen Gemeinden oder Landkreisen erfolge. "Für uns stellt sich dabei die Frage, wer denn die Umsetzung dieser ortsfernen Ausgleichmaßnahmen kontrolliert", stellte Häfner am Ende seines Vortrags fest.