Die Stadtratsfraktionen des Christlichen Bürgerblocks (CBB) Hammelburg und der SPD trafen sich zu einem gemeinsamen Workshop, bei dem aktuelle kommunalpolitische Themen erörtert wurden. Sorgen bereiten den Stadträten die zahlreichen notwendigen Investitionsmaßnahmen, die mit erheblichen Belastungen für den städtischen Haushalt verbunden sind und die finanziellen Zukunftsperspektiven beeinträchtigen, heißt es in einer Presseerklärung der beiden Fraktionen, die von Reimar Glückler (CBB) und Rita Schaupp (SPD) unterzeichnet ist.

Die Sanierungsmaßnahme Bahnhofstraße steht kurz vor dem Abschluss, aber die zukünftige Verkehrsführung ist noch nicht geklärt. Die Erstellung eines Verkehrskonzepts wurde in den vergangenen Jahren wiederholt vertagt. Beide Fraktionen sehen deshalb dringenden Entscheidungs- und Handlungsbedarf auf Grundlage der bereits vorhandenen gutachterlichen Stellungnahmen, der erarbeiteten Konzepte von verkehrspolitischen Fachgremien und der zahlreichen Vorschläge, die von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern eingebracht wurden, heißt es weiter.

Ein weiteres Problemfeld sehen die beiden Fraktionen bei der aktuellen Situation auf Schloss Saaleck. Ein längerer Leerstand beschleunigt den Verfall der Immobilien und muss auf alle Fälle vermieden werden. Dringend erforderlich ist ein Nutzungskonzept. Eine Sanierung und ein Betrieb mit eigenen finanziellen Mitteln überfordert definitiv die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Stadt Hammelburg, heißt es in der Pressemitteilung. Vorgeschlagen wurden deshalb eine Ideensammlung und eine anschließende deutschland- oder europaweite Ausschreibung des Projekts.

Alte Volksschule

Ungeklärt sei auch die Zukunft der Alten Volksschule in Hammelburg, bei der ebenfalls dringender Sanierungsbedarf bestehe. Ideal wäre die Schaffung von bezahlbaren, seniorengerechten und zentrumsnahen Wohnungen durch einen privaten oder genossenschaftlichen Investor. Die momentane Immobiliensituation in Hammelburg eröffnet zudem aus Sicht mehrerer Stadträte die Perspektiven für eine Verlagerung des Jugendzentrums und der aktuell in dem Gebäude untergebrachten Vereine und Institutionen, heißt es weiter.

Konzept für das Kupschhaus

Das Kupschgebäude steht schon einige Jahre nahezu leer. Spätestens nach Wiedereröffnung der Bahnhofstraße muss nach Meinung von CBB und SPD ein belastbares Nutzungskonzept vorhanden sein. Ein ständiger Wochenmarkt mit einem angeschlossenen Kaffee im Erdgeschoss und ein Ärztehaus oder eine Arztpraxis im Obergeschoss könnten zu einer Belebung der Bahnhofstraße beitragen, meinen CBB und SPD.

Sie drängen auch darauf, dass die Umgestaltung des Bleichrasens endlich in Angriff genommen wird. Dabei ist im Vorfeld die Errichtung eines Sanitärgebäudes mit Dusche und WC vorrangig.

CBB und SPD begrüßen ausdrücklich die Initiative des Landkreises, einen neuen Schulcampus im Sportzentrum zu errichten, auch wenn die Stadt für die Erschließung des Geländes, der Straße und des Busbahnhofes erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung stellen muss. Die Diskussion über die Verwendung der dann leerstehenden Schulgebäude sollte zeitnah und bald erfolgen, schreiben Glückler und Schaupp.

Bei der Verlagerung des Bauhofes in das Gewerbegebiet Dr. Georg Schäfer Straße werden die Fraktionen darauf drängen, dass die Dachflächen des Bauhofes mit Photovoltaik-Modulen bestückt werden, heißt es. Hier bestehe für jede Kommune eine klimapolitische Verantwortung. Im Übrigen sei davon auszugehen, dass kurzfristig alle Kommunen und Gewerbetreibende gesetzgeberisch dazu verpflichtet werden, Dachflächen bei Neubauten für die Gewinnung von Solarstrom zu nutzen, heißt es abschließend. red