Der Bürgerantrag, den Klaus Emmerich mit Schreiben vom 24. August an die Gemeinde Himmelkron gerichtet hatte, fand am Dienstagabend im Gemeinderat keine Mehrheit. Er zielte darauf ab, das Vorhaben Gewerbegebiet "Himmelkron Nord" zurückzustellen, bis die Ergebnisse des Niederschlagsabflussmodells der Integrierten ländlichen Entwicklung (Ile) "Fränkisches Markgrafen- und Bischofsland" vorliegen. Der Antragsteller vertrat den Standpunkt, dass das Bauleitverfahren für dieses Gewerbegebiet die Ergebnisse des Niederschlagsabflussmodells abzuwarten habe.

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) erklärte, dass man den Antrag nicht aus formalen Gründen, die offensichtlich vorlagen, scheitern lassen wolle. Er machte deutlich, dass gerade die Bereiche wie Abwasser und Oberflächenwasser im Verfahren für einen Bebauungsplan nicht nur zu beleuchten, sondern auch zu berücksichtigen seien. Der Bürgermeister verwies auf eine Petition des Ködnitzer Gemeinderates Willi Kolb in gleicher Sache, die vom Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags aber abgelehnt wurde. In der Begründung wurde angeführt, dass die Wassermengen, die aus den Gewerbegebieten Himmelkrons kommen, eher überschaubar seien und nur 0,016 Prozent des Pegels am "Weißen Main" in Ködnitz ausmachten.

Schneider gab auch klar zu verstehen, dass er als Vorsitzender Ile von Anfang an für dieses Niederschlagsabflussmodell gewesen sei, das auch im Bauleitverfahren seine Berücksichtigung finden werde.

Sebastian Herrmann (CSU) lobte die Arbeit der Ile und von Bürgermeister Schneider als Vorsitzender für die Erstellung eines Niederschlagsabflusskonzeptes: "Es ist eine Entscheidung mit Weitblick, die dem Schutz der Bevölkerung dient und schon vor Jahren initiiert wurde."

Den Antrag von Klaus Emmerich, den dieser in Verbindung mit dem "Bündnis gegen das Gewerbegebiet Himmelkron Nord" gestellt hatte, bezeichnete Herrmann als einen "Ableger der BZH": "Um vermutlich medial wieder als Bürgerinitiative durchzugehen und gegen das Gewerbegebiet Stimmung und Angst zu machen." Zudem sei es eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Verwaltung zu einem Thema, das durch den Bürgerentscheid 2019 längst von der Bevölkerung entschieden worden sei. Die CSU/FWG lehne den Antrag aber nicht wegen der Formfehler, sondern wegen der inhaltlichen Aspekte ab.

Stefanie Meile-Fritz (BZH) merkte an, dass mit dem Klimaschutz alles schwieriger geworden sei, und es seien Bürger da, die Ängste haben. Sie plädierte deshalb dafür, die Ergebnisse des Niederschlagsabflussmodells abzuwarten.

"Das Abflussmodell kann doch neue Ergebnisse bringen!", meinte meinte auch Klaus Emmerich.

Manuel Gumtow (FW) betonte, dass für ihn das Bauleitverfahren der rechtlich richtige Weg sei. Und hier sei es eine Zwangsvoraussetzung, den Themenbereich "Abwasser und Oberflächenwasser" zu prüfen und auch zu würdigen.

Unabhängig von der Zulässigkeit des Bürgerantrags brachte Bürgermeister Schneider zwei Vorschläge ein, über die anschließend vom Gemeinderat abgestimmt wurde. So wurde zunächst der Bürgerantrag mit 10:4 Stimmen abgelehnt. Dafür plädierte die BZH-Fraktion. Einstimmig angenommen wurde dagegen der Beschluss, die Beurteilung des Niederschlagsabflussmodells in das Bauleitverfahren für das Gewerbegebiet "Himmelkron-Nord" einfließen zu lassen. rei