Die unter dem starken Verkehr ächzende Haßlachbrücke, der Neubau der weggespülten Fußgängerbrücke, die verbesserungswürdigen Spielplätze sowie die aktuelle Sanierung der B 85, einhergehend mit hohen Belastungen der Anwohner - viele Themen brannten den Teilnehmern einer öffentlichen Diskussions-Veranstaltung im Gasthaus Bischofshof auf den Nägeln. Eingeladen hatte der CSU-Ortsverband Gundelsdorf unter Vorsitz von Ludwig Gerber.

Kronachs CSU-Stadtverbandsvorsitzende, Bürgermeisterin Angela Hofmann, gab zunächst einen Einblick in aktuelle Stadtrats-Themen. "Mir ist eine gute Infrastruktur in jedem Stadtteil wichtig", betonte die Bürgermeisterin, die damit zu den aktuellen Themen in Gundelsdorf überging. Hinsichtlich der Sanierung der Ortsdurchfahrt der B 85 durch das Staatliche Bauamt Bamberg habe man die Info erhalten, dass sich die Maßnahme um zwei Wochen verlängere. Die Sperrung dauere entsprechend länger. Vom Straßenbau profitierten auch die Anwohner durch das Aufbringen eines lärmmindernden Belags.

Im Zuge der Baumaßnahme werden auch Leistungen der Stadt Kronach mit ausgeführt - so die Erneuerung der Wasserschieber, Gehwege und Bordsteine. Für die Bordsteine verwende man die vorhandenen, da diese noch intakt seien.

Die für den Fahrzeugverkehr auf 3,5 Tonnen beschränkte Brücke über die Haßlach war in den Jahren 2017/2018 saniert worden. "Der Leiter der Stadtwerke vertritt die Auffassung, dass sie noch zehn Jahre halten wird", erklärte Hofmann. Manche verträten die Meinung, dass man diese entsprechend verbreitern und dafür die weggespülte Fußgängerbrücke nicht mehr aufbauen solle.

Eine Verbreiterung der schmalen Brücke lade jedoch zur intensiveren Befahrung ein, während dadurch bislang der Durchgangsverkehr draußen gehalten werde. Sie halte eine Wiederherstellung der Fußgängerbrücke für sinnvoll. An Kosten rechne man mit 150 000 bis 200 000 Euro. Die Umsetzung solle 2021 erfolgen.

Hinsichtlich der Spielplätze im Ort seien die Stadtwerke mit der Bewertung und sukzessiven Neugestaltung beauftragt. Auf dem Spielplatz beim TSV-Gelände wurde ein Spielgerät ersetzt. Zudem soll eine "Holländische Scheibe" für ältere Kinder integriert werden. Für den Spielplatz in der Parkstraße sei eine komplette Überplanung für 2021 angedacht.

In der Diskussion prangerten mehrere Wortmelder die rücksichtslose Fahrweise vieler Autofahrer im Zuge der Baumaßnahme an - insbesondere derer, die die Strecke über Rottelsdorf als Ausweichstrecke nutzten. "Die geben ab Rottelsdorf schon Gas. Viele fahren mit 60 oder 70 durch die 30er Zone", schimpfte Wolfgang Teupel. Er regte den Einbau von Schwellen und verstärkte Verkehrskontrollen im Gebiet der Baumaßnahme bzw. der Schleichrouten in den Stoßzeiten an. Kerstin Hofmann berichtete von großen Gefahrensituationen für Fußgänger oder Radfahrer. Über die schmale Brücke führen beispielsweise Langholz-Lkws oder Riesen-Traktoren mit vollem Anhänger. "Da drüberzulaufen, grenzt schon an Selbstmord", meinte Jürgen Hofmann, der eine Fußgänger-Abgrenzung vorschlug. Auch das Aufstellen einer Ampel wurde angestoßen.

Wolfgang Teupel monierte das gedellte Brückengeländer, wodurch kleine Kinder in den Fluss fallen könnten. Dieses müsse wieder gerade gebogen werden.

Unterschriften für den Neubau

1. TSV-Vorsitzender Stephan Porzelt hatte eine Unterschriftensammlung für den Neubau der weggespülten Fußgängerbrücke initiiert. Die Liste mit rund 130 Unterschriften übergab er der Bürgermeisterin. Sicherlich sei die Brücke durch Unterspülung geschwächt gewesen. Hauptgrund für das Wegspülen sei aber seiner Meinung nach die Anschwemmung von Treibgut gewesen, was auch Schadensbilder belegten. Dies sei umso ärgerlicher; erfolge ja der Wiederaufbau mit Steuergeldern. VdK-Ortsvorsitzender Franz-Josef Wich appellierte, beim Neubau der Fußgängerbrücke auf Barrierefreiheit zu achten.

Erneut Stephan Porzelt ging auf die Spielplatzgestaltung beim TSV-Gelände ein. Das aufgestellte Spielgerät eigne sich für Kinder bis 1,5 Jahre. Man bräuchte aber Spielgeräte für ältere Kinder. "Der Spielplatz in der Parkstraße ist beschämend", ergänzte Stefan Auer, 1. Vorsitzender des örtlichen Gartenbauvereins. Obwohl es viele kleine Kinder im oberen Dorf gebe, ständen dort kaum noch Spielgeräte. Auf Vorschlag der Bürgermeisterin wird sich eine kleine Arbeitsgruppe mit Bürgern über eine Neugestaltung Gedanken machen. Bezüglich der Baumaßnahme seien die Anlieger in der Parkstraße, prangerte Auer an, total abgeriegelt. Über die Sperrung sei man nicht informiert worden. "Gott und die Welt" fahre durch die abgesperrte Straße. Er habe ein Wettrennen von Fahrzeugen mit Lichtenfelser Kennzeichen beobachtet. Sowohl die Ausfahrt Raiffeisenbank als auch der Kindergarten seien dicht gemacht worden. Hier hätte man eine Einfahrt freilassen können. hs