Das neu aufgelegte Bundesförderprogramm zur Breitbanderschließung könnte es ermöglichen, dass auch bald auch jene Gößweinsteiner Ortsteile ein wesentlich schnelleres Internet bekommen, die nach dem Landesförderprogramm damit schlechter versorgt wären.
Gößweinstein ist eine von bisher nur zwölf Gemeinden in Bayern, denen für Beratungsleistungen aus dem Bundesförderprogramm bereits 25 000 Euro bewilligt worden sind. Für Jürgen Kränzlein (SPD) ist es jedoch "irrwitzig", dass der Bund ein Förderprogramm für Beratungen aufgelegt hat. "Das ist eine Gelddruckmaschine für entsprechende Büros", kritisierte Kränzlein.
Von einem solchen Büro war Roland Werb von der Corwese GmbH zur jüngsten Ratssitzung gekommen, um die Räte über eben dieses Bundesförderprogramm zu informieren. Laut Werb gäbe es für den Markt gute Chancen, in dieses Bundesprogramm aufgenommen zu werden. Insbesondere dann, wenn mehrere Gemeinden kooperierten. Dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit, in die Förderung zu kommen, so Werb. In seinen Beratungsleistungen sei unter anderem auch ein Masterplan zur Mitverlegung von Leerrohren enthalten, was relativ aufwendig sei.


Gleichbehandlung als Ziel

Ferner bei den Leistungen enthalten sei der Wirtschaftlichkeitsvergleich, der Finanzplan und weitere Optionen. Ziel müsse es laut dem Experten sein, eine Gleichbehandlung aller Gößweinsteiner Ortsteile zum Ausbau des schnellen Internets zu erreichen. Nach dem derzeitigen Stand des Landesförderprogramms wären die kleineren Orte Allerdorf, Wölm, Moritz, Hartenreuth, Leimersberg, Prügeldorf, Kohlstein oder Hühnerloh aber benachteiligt.
Das Bundesförderprogramm sieht eine flächendeckende Versorgung mit 50 Megabits vor. Ein Nachteil im Vergleich zum Landesprogramm, bei dem es 80 Prozent Förderung gibt, sei beim Bundesprogramm aber, dass es hier nur 50 Prozent möglich seien. Der Höchstförderbetrag des Freistaats liegt bei 850 000 Euro. Werb sieht große Chancen für Gößweinstein, in das Bundesförderprogramm zukommen. Er betonte allerdings auch: "Eine Garantie, dass wir in die Förderung kommen, kann niemand geben."
Es kommt dabei auch auf die Finanzkraft der Gemeinden im gesamten Bundesgebiet an. Somit steht Gößweinstein in Konkurrenz mit wesentlich finanzschwächeren Gemeinden wie beispielsweis jene in Mecklenburg-Vorpommern. Der Markt Gößweinstein muss nun ausschreiben, welches Büro den Auftrag für die Beratungsleistungen bekommt.