Am Vorabend des bayerischen Lockdowns fand in Scheßlitz die letzte Sitzung des Stadtrats für 2020 statt - gerade noch rechtzeitig, bevor das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren werden musste.

"Fast schon traditionell", wie Erster Bürgermeister Roland Kauper (CSU) die 13. Sitzung der neuen Legislaturperiode einleitete, teilte Matthias Ott als zuständiger Förster den Räten den Sachstand zum Stadtwald mit. Mit seinem elften und zugleich letzten Bericht verabschiedete er sich von dem Gremium. Ott wird zwar weiterhin in seiner Scheßlitzer Dienststelle bleiben, ist aber inzwischen mit einem neuen Aufgabenbereich betraut worden. Interimsweise wird er sich noch um den Stadtwald kümmern, bis voraussichtlich im Februar ein Nachfolger benannt ist.

Leider konnte Ott den Räten keine guten Nachrichten vom Scheßlitzer Wald bringen. Es ist wie überall. Dabei schließt dieses Jahr nahtlos an die beiden vorangegangenen an, auch wenn das Frühjahr im Vergleich zu dem davor nicht ganz so trocken und etwas besser war. Immerhin konnte aufgrund dessen mit Wiederaufforstungen im Sinne des "aktiven Waldumbaus" begonnen werden.

Keine Bestände mehr ohne Befall

Aber der Borkenkäfer leistet weiterhin in den Fichtenbeständen "ganze Arbeit" und macht dabei keinen Unterschied zwischen kommunalen, privaten oder auch staatlichen Wäldern. Es gibt so gut wie keine Bestände mehr ohne Befall. Entsprechend gibt es ein Überangebot an Holz am Markt. Der Absatz ist eingebrochen und der Preis seit geraumer Zeit im Keller, auch wenn er in jüngster Zeit etwas angezogen hat.

Dazu kommen erhöhte Aufwendungen für Beseitigung und Säuberung der Parzellen, so dass die Ausgaben für die Holzernte von fast 25 000 Euro knapp 19 000 Euro an Einnahmen aus Nutz- und Brennholz gegenüberstehen. Weitere Ausgaben für Pflanzungen schlagen mit rund 9500 Euro zu Buche, Einnahmen aus Förderungen mit knapp 7800 Euro. Insgesamt schließt daher das Jahr erstmals in Otts Amtszeit für Scheßlitz mit einem Minus von 7672 Euro ab.

Für Ott als Pragmatiker zählt letztlich das, was am Jahresende in der Kasse ist. "Schönrechnerei" wäre zwar möglich, ist aber seine Sache nicht. Denn immerhin liegen noch rund 200 Festmeter Holz zum Verkauf abholbereit, die noch nicht finanziell bilanziert sind. Dadurch dürften sich Ein- und Ausgaben in diesem Jahr "bei null" knapp die Waage halten.

Und mit Ausblick auf 2021 meinte er, dass das Hauptaugenmerk auch weiterhin auf dem "Bekämpfen und Managen des Borkenkäferbefalls" bleiben werde. Selbst wenn es - wider Erwarten - ein kühles und feuchtes Jahr geben sollte.