Sigismund von Dobschütz

Jahrelang hatte sich niemand daran gestört, dass der Bolzplatz in Hohn direkt an der Verbindungsstraße nach Bad Bocklet liegt. Doch kürzlich hatte ein Einwohner auf die mögliche Gefährdung dort spielender Kinder und Jugendlicher durch vorbeifahrende Autos wegen fehlender Einfriedung hingewiesen. Nach Abwägung mehrerer Möglichkeiten durch die Verwaltung der Marktgemeinde Bad Bocklet hat jetzt der Gemeinderat dem Vorschlag zugestimmt, mit dem dort benachbarten Schützenverein das Grundstück zu tauschen.

Jugendliche befragt

Die Errichtung einer dauerhaften, geschlossenen Einfriedung rund um den jetzigen Bolzplatz kommt nach Prüfung der örtlichen Gegebenheiten nicht infrage, informierten Oberbürgermeister Andreas Sandwall (CSU) und Geschäftsleiter Thomas Beck das Ratsgremium in der jüngsten Sitzung, da das Grundstück im Überschwemmungsgebiet der Fränkischen Saale liegt. Eine geschlossene Einfriedung würde bei extremem Hochwasser ein Abflusshindernis darstellen. Ohne größeren planerischen Aufwand wäre dieses Problem nicht lösbar. Lediglich das Aufstellen eines Ballfangzauns oder Netzes während der Sommermonate wäre denkbar. Doch auch dies wäre ein aufwändiges baurechtlich genehmigungspflichtiges Vorhaben mit offiziellem Bauantrag für den ganzen Bolzplatz einschließlich der dort aufgestellten Tore.

Da die Errichtung eines Ballfangzauns mit erheblichem, jährlich wiederkehrenden Aufwand für Auf- und Abbau verbunden wäre, ließ der Bürgermeister von der Jugendbeauftragten der Gemeinde eine Umfrage bei den Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren nach der Notwendigkeit eines Bolzplatzes in Hohn durchführen. Demzufolge würden lediglich 20 Prozent der Befragten diesen Platz wirklich nutzen, während die meisten schon jetzt den Bolzplatz in Steinach bei gleicher Entfernung vorziehen. Sandwall: "Somit ist die Nutzung des Bolzplatzes überschaubar." Deshalb wurde die Idee eines 50 Meter langen und etwa 25 000 Euro teuren Ballfangzauns ebenfalls verworfen.

Schützenverein stimmt zu

Um dennoch eine mögliche Gefährdung dort in Straßennähe spielender Jugendlicher auszuschließen, kam man beim Ortstermin mit Markus Terletzki, Inhaber und Sachverständiger für Spielplatzsicherheit der Firma Tesiko (Bad Kissingen), sowie der Polizei auf den Gedanken eines Tausches mit dem dahinter angrenzenden Grundstück der Bogenschützen. Der dadurch gesicherte Abstand von 30 Metern zur Straße wäre für den Bolzplatz ausreichend, bestätigte Markus Terletzki. Zusätzlich sollen Autofahrer auf spielende Kinder hingewiesen und die erlaubte Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer begrenzt werden.

Die Zustimmung des Schützenvereins zum Grundstückstausch liegt der Verwaltung vor. Deshalb folgte der Rat dem Vorschlag, das Grundstück mit dem Schützenverein zu tauschen, dabei den neuen Bolzplatz auf nur noch 25 Meter Torabstand zu verkleinern. Die Verwaltung argumentierte, dass bei allzu großem Abstand beider Tore auf Bolzplätzen bei geringerer Kinderzahl meist nur ein Tor bespielt würde.