Ein schöner Brauch hat sich in den vergangenen Jahren fest in Gemünda etabliert: Bis Heiligabend gestalten verschiedene Haushalte auf Grundlage einer Geschichte ein Adventsfenster. An jedem Abend bis zum 24. Dezember wird ein Fenster eröffnet, die jeweiligen Gastgeber laden nach Lesung und Gesang zu Glühwein und Gebäck ein. Menschen kommen zusammen, begegnen sich und freuen sich gemeinsam auf das nahende Weihnachtsfest.

All das wird in diesem Jahr ganz anders sein. Die Corona-Pandemie verhindert leider diese Form des Miteinanders in der Dorfgemeinschaft. Die Gefahr ist groß, dass die Tage im Dezember wirklich zur stillen Zeit in dem Seßlacher Stadtteil werden. Doch ganz müssen die Gemündaer in den nächsten Wochen nicht auf die weihnachtliche Stimmung verzichteten. "Trotz aller Umstände soll es eine Zeit der Besinnlichkeit und Tradition werden", hebt Marie Backer hervor, die mit Magdalena Köhler eine Idee hatte und dafür die Kirchengemeinde und die Stiftung "1150 Jahre Dorfgemeinschaft Gemünda" gewonnen hat. Unter dem Motto "Mein Weihnachten" werden 24 Mitwirkende wieder ihrem Einfallsreichtum freien Lauf lassen. Die Bandbreite reicht vom klassischen Fenster bis hin zu einer gestalteten Fläche im Vorgarten. Die teilnehmenden Familien sollen die Dorfgemeinschaft wissen lassen, was für sie Weihnachten bedeutet.

Fenster alleine anschauen

Der Unterschied zu den Vorjahren liegt darin, dass dieses Mal die Eröffnung individuell vollzogen wird, eine Zusammenkunft mit Bewirtung und Gesang scheidet aufgrund der Einschränkungen aus. Die Ortsbürger, aber auch Gäste haben Gelegenheit, die Orte allein aufzusuchen und sich daran zu erfreuen - selbstverständlich unter Einhaltung der Hygieneregeln.

Start ist morgen, am 1. Advent. Zu jedem Adventssonntag kommen neue Fenster hinzu. Wer noch Interesse hat, sich zu beteiligen, kann sich gerne melden bei Marie Backer, Telefon 0151/40787654, oder Magdalena Köhler, Telefon 0151/52203004. cahö