An diesem Wochenende würde in Kraisdorf kräftig gefeiert werden. Würde, wenn nicht die Pandemie zugeschlagen hätte. 50 Jahre Blasmusik Kraisdorf - ein Programm vom gestrigen Donnerstag bis Montag steht schon seit einem Jahr. Schirmherr wäre Landrat Wilhelm Schneider gewesen.

Ob die Feier im nächsten Jahr nachgeholt wird, steht in den Sternen - sagt jedenfalls Vorsitzender Herbert Schönmann. Als kleinen Ersatz für das Fest wollte man am Sonntagvormittag einen ökumenischen Gottesdienst auf dem Dorfplatz vor dem Bürgerzentrum begehen. Auch hier: "wollte". Dieser Gottesdienst ist nun von den Verantwortlichen abgesagt worden. Grund ist nicht die sengende Hitze, sondern die Auflagen der katholischen Kirche.

Vorsitzender Schönmann ist sauer auf die Vorgaben der Kirche, die von Dekan Stefan Gessner (Mürsbach), Pfarradminis-trator der Pfarrei Pfarrweisach, per E-Mail mitgeteilt worden sind. So müssten pro 50 Teilnehmer am Gottesdienst zwei Ordner eingeteilt sein - das wäre einzurichten, meint Schönmann; dass aber für jeden Musikanten eine Fläche von sechs Quadratmetern zur Verfügung gestellt werden muss, darüber schüttelt er den Kopf. "Bei 30 Musikern wären das 180 Quadratmeter; das ist der halbe Platz vor dem Bürgerzentrum", rechnet er vor.

Und nur mit einer kleinen Musikgruppe zu spielen, mache keinen Sinn, "denn es ist ja das Jubiläum der ganzen Kapelle". Nicht einmal der Nordbayerische Musikbund, in dem die Blaskapellen organisiert sind, habe solche Auflagen: "Da gelten eineinhalb Meter - fertig", sagt Schönmann. Und die evangelische Seite? "Das haben wir uns nach diesen Auflagen erspart, zu fragen."

Im Übrigen war der Gottesdienst für den ursprünglichen Festsonntag als ökumenischer Gottesdienst schon genehmigt. Jedoch vor Corona.