Niklas Schmitt Gemischte Gefühle hat Michael Hofmann vom Laufer Keller. "Einerseits freuen wir uns für unsere Gäste", sagt er. Hofmann weiß: "Die Leute wollen raus." Er macht sich aber auch Sorgen um ihre Gesundheit und die Auflagen, die er bekommen hat. Er sagt deutlich, dass er am Herrentag ganz bewusst nicht öffnet - aus Sicherheitsgründen. Erst am Samstag geht es los bei ihm.

Hofmann steckt noch in den Vorbereitungen. Den Stammtisch hat er schon halb gesperrt, einen anderen Tisch ganz. Es müssen noch Hinweisschilder gedruckt und aufgehängt werden, die Einbahnstraße zur Essensabholung eingerichtet und die Bierbänke mit ausreichend Abstand aufgestellt werden. "Ich habe den Vorteil, viel Platz zu haben", sagt Hofmann.

Die Hygienemaßnahmen sind streng: Auf dem Laufer Keller muss in Zukunft jeder etwa seinen Krug direkt auf die Spülmaschine stellen, damit der vom Personal nicht eigens angefasst werden muss und die Gefahr einer etwaigen Übertragung ausgeschlossen ist.

Konzept schon länger erarbeitet

Auf dem Waldkeller Utz geht es am Mittwoch wieder los - samstags, montags und dienstags ist ohnehin Ruhetag dort. "Wir haben schon vor zwei Wochen unser Konzept aufgestellt", sagt Simone Utz. Sie weiß, dass die Gäste sich etwas umstellen müssen, weil durch die Maßnahmen die übliche Kelleratmosphäre etwas eingeschränkt ist. Dennoch will sie dafür sorgen, dass sich die Gäste wohlfühlen.

Dazu dient eben ihr Hygienekonzept. Jeder Gast wird am Eingang in Empfang genommen und sein Name, der Tag und die Uhrzeit des Besuchs aufgeschrieben. Dann wird ihm ein Platz zugewiesen, an dem er auch bedient wird. Das heißt, sitzt man einmal und hat seine Maske abgenommen, bekommt man nur wenig von den Umständen mit, unter denen man sein Kellerbier oder die Brotzeit genießt.

"Im Freien ist die Gefahr sowieso sehr gering", sagt Utz, die zuversichtlich auf die kommende Kellersaison schaut. Sie zumindest habe getan, was sie könne, damit sich die Gäste wohlfühlen können.

Strenge Hygieneauflagen

"Gottseidank", sagt Ulrike Gumbrecht vom Restaurant Aischblick. Für sie kommen die Öffnungen viel zu spät. "Die Gastronomie ist einer der Berufszweige, die höchsten Hygieneauflagen hat", sagt sie. "Wir haben immer nah am Gast gearbeitet und es ist noch nie etwas passiert." Es wäre kein Problem gewesen, die Tische weit genug auseinander zu stellen, um den Mindestabstand für die Gäste und das Personal zu gewährleisten.

Im Restaurant Aischblick, das sie zusammen mit ihrem Mann betreibt, hat sie in der Zwischenzeit Essen zum Mitnehmen angeboten. Ab Mittwoch um 17 Uhr kann man dann wieder draußen sitzen - drinnen ist das erst ab 25. Mai möglich. Dass man vorher reservieren muss, dazu gebe es keine Richtlinie, sagt Gumbrecht, aber auch: "Wer reserviert, ist auf der sicheren Seite." Zwei Hausstände dürfen an einem Tisch sitzen. Gäste hinzusetzen, wie es in Biergärten und Kellern bisher oft üblich ist, ist aber nicht erlaubt.

Es fehlen die Einnahmen

In einer schwierigen Lage sieht sich Michaela Wagner, Pächterin des Greuther Kellers in Vestenbergsgreuth. "Was ist, wenn wirklich was ist?", fragt sie sich, weiß aber: "Auf der anderen Seite fehlen auch die Einnahmen." Sie wollte den Keller am 1. April öffnen und hat sich in der Corona-Zeit mit Essensauslieferung über Wasser gehalten. "Das lief ganz gut", sagt Wagner.

Nun ist auch sie mit den Auflagen konfrontiert. Überall auf dem Keller müssen die Besucher den Abstand von 1,5 Metern einhalten und eine Maske tragen, wenn sie nicht gerade am Tisch sitzen. Bei ihr gilt noch immer Selbstbedienung. Die Tische, die nach jedem Gast desinfiziert werden, könnten, so Wagner, weit genug auseinandergestellt werden, um den Abstand zu gewährleisten. Hätte sie sich eine frühere Öffnung von Seiten der Politik gewünscht? "Das kann ich ganz schwer beantworten." Sie wägt die eigene Lage als Gastwirtin und die Gesundheit ihrer Gäste ab. Auch hat sie Sorge, dass durch die Öffnung die Zahlen der Infizierten wieder steigen könnten. "Ich hoffe auf die Vernunft", sagt Wagner aber, "da bin ich zuversichtlich."

Daher findet sie die festgelegten Öffnungszeiten zwar schwierig - bis 20 Uhr dürfen die Keller geöffnet haben, weil der Feierabendbetrieb unter der Woche eingeschränkt ist. Sie hält die Maßnahmen aber zum Schutz ihrer Gäste für sinnvoll. Über die geforderten Auflagen hat sie sich im Internet schlau gemacht und mit der Polizei telefoniert, wie sie im Falle eines renitenten Gastes vorgehen solle.

Ende des Monats werden dann die Sommerrodelbahn und der Minigolfplatz freigegeben. Wagner schaut also zuversichtlich in die Zukunft. Wer unsicher sei, solle vielleicht zu Hause bleiben, meint Wagner, auch wenn sie alle Auflagen erfüllt. Aber, und das bringt ihr Dilemma dann auf den Punkt: "Die Gastronomie lebt von den Besuchern."