Keine Proben, keine Auftritte, keine Präsenz in der Öffentlichkeit - Chöre, gleich welcher Art, haben es derzeit schwer, ihrem Hobby nachzugehen.

"Wir vermissen das gemeinsame Musizieren alle sehr", bedauert zum Beispiel die "Chefin" des Trebgaster Posaunenchors, Karin Schulz, die unbefriedigende Situation und greift deshalb auch einmal zu unkonventionellen Mitteln.

"Da wir ja nicht als Chor im Ganzen spielen dürfen, haben wir uns einfach aufgeteilt und versucht dafür zu sorgen, dass wir nicht ganz aus der Übung kommen und unsere Instrumente nicht einrosten", erklärt die Chorleiterin. So musizierten sie in den vergangenen Wochen gruppenweise an verschiedenen Orten der Umgebung, wie in Lindau, Feuln, Waizendorf, Spitzeichen, Listenberg und Ködnitz.

Im Hof der Familie Dippold in Michelsreuth war beispielsweise das "Tiefblech" im Einsatz, also Tenöre und Bässe ohne Posaunen und Trompeten. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda erfuhren auch die Nachbarn davon.

Bei einem Glas Glühwein, Lebkuchen und Plätzchen konnten sie sich eine halbe Stunde an der vorweihnachtlichen Stimmung erfreuen. "Wir machen einfach das Beste aus der Situation und freuen uns schon, wenn wir wieder miteinander spielen dürfen", fasst Karin Schulz zusammen. hd