An Heiligabend um 6 Uhr ist Treffpunkt. Bevor es an die Arbeit geht, gibt es erst einmal eine kräftige Brotzeit. Aber dann ist Schluss mit lustig. Zehn Helfer gehen daran, einen der kräftigsten Burschen in die "Berta" zu verwandeln, ihr ein Kleid aus Erbsenstroh anzuziehen.
Irgendwann wird es auch Zeit, dass sich der Bärentreiber beziehungsweise -führer, die zwei Polizisten, die zwei Sackträger, Männla und Weibla, der Schlotfeger und das Christkindla fertig machen. Die letzten beiden sind die einzigen, die keine Masken tragen.


Ab in die Maske

Deshalb müssen sie "in die Maske". Mit viel Schuhcreme und Make-up machen sich die Freundinnen ans Werk.
Nach reichlichem "Vorglühen" marschiert die Gruppe pünktlich ab 10 Uhr los. Schon von weitem werden die Einwohner auf ihr Erscheinen aufmerksam, denn ihr lauten Grölen ist überall zu hören.
Nach einem vorher festgelegten Plan sind die zehn jungen Männer dann wieder bis spät in die Nacht in Trebgast unterwegs. Mindestens zwei Voraussetzungen müssen sie mitbringen: Sie dürfen noch nicht verheiratet sein, und sie müssen ein gewisses Stehvermögen besitzen. Denn der Weg ist weit, und bis sie ihr Pensum absolviert und dabei möglichst viele Haushalte erreicht haben, vergehen locker 16 Stunden.
Natürlich machen sie unterwegs ihre Pausen. Auch da gibt es mittlerweile feste Rituale. Sie wissen genau, wo es Glühwein, Bier und Schnaps, eine Suppe oder eine Brotzeit gibt. Da lassen sich die Trebgaster Bürger nicht lumpen. Und sie sorgen auch dafür, dass die Sparbüchse, mit der der Schlotfeger klimpert, nicht leer bleibt.


Souvenir aus Ruß

Der Schlotfeger belohnt jede Gabe mit einem schwarzen Souvenir auf die Wange, dazu teilt das Christkindla bunte Liebesperlen aus. Das soll Glück bringen. Und schließlich wird ja alles, was die Truppe einsammelt, hinterher für einen guten Zweck gespendet.
Durch eine Änderung der bisherigen Route sollen dieses Jahr erstmals die Bewohner der Bayreuther Straße, die bisher aufgrund des Zeitplans und der Länge der Strecke keine Gelegenheit dazu hatten, die "Strohberta" treffen können.


Gegen Mittag am Brunnen

Die Truppe rund um den Strohbären wird versuchen, etwa um 11.30 Uhr am Marktplatzbrunnen präsent zu sein. Natürlich sind auch alle anderen Trebgaster eingeladen, dorthin zu kommen, wenn es deren weihnachtlicher Terminkalender nicht zulässt, die Horde vor der eigenen Türe zu empfangen. Auch wenn es für sie ein anstrengender Tag wird: Die Jungs nehmen das gerne auf sich und freuen sich auf die Begegnung mit den Bürgerinnen und Bürgern.