Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so konnte am Sonntagvormittag im Diakonie-Gottesdienst der Wechsel im Vorsitz des Diakonievereins Ludwigsstadt vollzogen werden. Eigentlich hätte die Amtsübergabe schon im vergangenen Oktober erfolgen sollen. Nach einiger, auch coronabedingter Verzögerung wurde nunmehr Pfarrer i. R. Albrecht Bischoff von Dekanin Ulrike Schorn offiziell von seinem Dienst als Vorsitzender entpflichtet. Zugleich führte die Dekanin seine Nachfolgerin, Pfarrerin Rebekka Pöhlmann, in ihr Amt ein.

"Das nennt man eine Erfolgsstory", würdigte die Dekanin die so positive Entwicklung der Diakoniestation mit einem sprunghaften Anstieg der Betreuungen, auch im weiteren Umfeld von Ludwigsstadt. Sieben Jahre lang hatte Pfarrer i. R. Albrecht Bischoff den Vorsitz des Diakonievereins inne und die Diakoniestation, so die Dekanin, in dieser Zeit maßgeblich nach vorne gebracht. Wunderbar seien nicht nur die Suppen und Pralinen in Ludwigsstadt, sondern auch das Team der Diakoniestation. Sie wähle bewusst das Wort "wunderbar", sei es doch ein Wunder, dass es Menschen wie sie gebe. Namens aller Kirchengemeinden der Region dankte sie dem Pfarrer für seinen großen Einsatz.

Der neuen Vorsitzenden dankte die Dekanin für den reibungslosen und glatten Übergang. Das gemeinsame Wirken von Kirche und Diakonie sei ihr eine große Freude. Mit Rebekka Pöhlmann habe man eine würdige Nachfolgerin, habe sie doch bereits seit ihrem Amtsantritt in der Kirchengemeinde Ludwigsstadt wie auch im Dekanat segensreich gewirkt.

"Wir danken, dass Sie unser Schiff gesteuert haben", erklärte Pflegedienstleiterin Bernhilde Treuner. Besonders dankbar sei man für das Voranbringen und den Kauf der im Jahre 2016 bezogenen neuen Räumlichkeiten in der Feldstraße 12.

Ihre erfrischend fröhliche Ansprache stellte die Dekanin unter die Losung aus dem Matthäus-Evangelium "Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele".

Die Mitarbeiterinnen brachten sich in den Gottesdienst selbst mit ein - so durch Übernahme der Fürbitten. Dabei wurde auch des kürzlich verstorbenen Diakonievereins-Vorstandsmitglieds Michael Löffler gedacht, für den zu Ehren Pfarrer Bischoff eine Kerze an der Osterkerze entzündete. In seinen Schlussworten betonte der Pfarrer, wie gerne er das schöne Amt ausgeübt habe. "Es war mir eine Freude und Ehre, euer Vorsitzender zu sein. Bei solchen Mitarbeitern macht es einfach Spaß", verdeutlichte er, auf diese Zeit mit vielen guten Erinnerungen zurückzublicken: "So etwas wie hier, muss man gesehen und erlebt haben!" "Gscheit" freute er sich über die Nachfolge durch Pfarrerin Rebekka Pöhlmann. "Das wird so toll weitergehen", zeigte er sich sicher.

Träger der Diakoniestation Ludwigsstadt ist der Evangelische Diakonieverein Ludwigsstadt e.V. Dieser wurde am 1. Januar 1932 mit 377 Mitgliedern gegründet. Über 40 Jahre wurde die Ludwigsstädter Bevölkerung von Diakonissen betreut. Anfang 1990 wurde im Gebäude der Bahnhofsmission ein Zimmer frei und zum kleinen Büro der Diakoniestation umfunktioniert. Die Räumlichkeiten wurden stetig erweitert.

Nach Schließung der Bahnhofsmission 1995 wurde das Gebäude Sitz der Diakoniestation Ludwigsstadt. Im Frühjahr 2001 begann man mit dem Umbau des Gebäudes; am 1. Oktober 2001 konnte das "Haus der Diakonie" seiner Bestimmung übergeben werden. Nach eineinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit zog die Diakoniestation Ludwigsstadt Anfang Juni 2016 in die neuen, 300 Quadratmeter großen Räumlichkeiten der ehemaligen Kartonagenfabrik Harnisch um. hs