Fleisch, Milch oder auch Brot: Im Supermarkt wird im Moment alles teurer. Nach Berechnungen des ifo-Instituts sollen sich die Preise um bis zu sieben Prozent verteuern. Doch bei den Bauern kommt von den Preiserhöhungen derzeit so gut wie nichts an. Darauf weist der BBV-Kreisverband Kulmbach in einer Pressemitteilung hin.

Berechnungen des Bauernverbands würden zeigen, dass der Anteil für die landwirtschaftlichen Rohstoffe zum Beispiel bei einem Kilogramm Brot nur bei durchschnittlich 26 Cent liegt, bei einem Glas Milch bei neun Cent oder bei 200 Gramm Schweinebraten bei 26 Cent, heißt es. Kreisbäuerin Beate Opel kritisiert: "Wir liefern zwar die Lebensmittel, aber erhalten nur einen Bruchteil des Ladenpreises. Die großen Gewinne landen in den Taschen der Handelskonzerne."

Gleichzeitig steigen laut BBV die Kosten für die Arbeit in den Ställen und auf den Feldern. Der Grund: Die Betriebsmittelpreise haben sich drastisch verteuert. Der Mineraldüngerpreis hat sind in den letzten zwei Jahren verdreifacht. Zudem sind die Energiekosten in den vergangenen fünf Jahren um etwa 28 Prozent gestiegen. Auch das Futter hat sich nach Angaben des BBV enorm verteuert: Rapsschrot oder gentechnikfreies Sojaschrot kosteten rund 450 beziehungsweise 750 Euro pro Tonne - und damit deutlich mehr als in den Vorjahren.

"Während im Ackerbau die Kostensteigerungen über höhere Preise für Weizen und andere Erzeugnisse zum Teil ausgeglichen werden können, spitzt sich die Situation zum Beispiel für Schweinehalter dramatisch zu", sagt Kreisobmann Wilfried Löwinger. "Damit die regionale Landwirtschaft überleben kann, darf sich der Handel nicht länger selbst die Taschen füllen. Die Preiserhöhungen müssen eins zu eins an die Landwirte weitergegeben werden!" red