Es war eine höchst verdiente 0:4-Niederlage, die sich die Kicker des FC Sand in der Fußball-Bayernliga Nord bei der Viktoria Aschaffenburg abgeholt hatten. Verdient deshalb, weil die halbe Mannschaft nicht die Leistung gezeigt hatte, die sie normalerweise an den Tag legt. "Da hat eine ganze Reihe von Spielern auch nicht die notwendige Einstellung an den Tag gelegt", sagt FC-Coach Uwe Ernst.
Das fing schon in der ersten Spielminute an, als Ghökhan Aydin mutterseelenallein vor Sands Keeper Lars Medem auftauchte und sich die Ecke hätte aussuchen können, zum Glück für den FC aber vorbeischoss. Da spielte Sand noch mit einer Dreierkette mit Dominic Leim, Johannes Bechmann und Manuel Müller sowie Stefan Nöthling sowie Sebastian Wagner auf den Außenbahnen. Ob das der Grund dafür war, dass Daniele Toch (9.) und Aydin (33.) die Viktoria mit 2:0 in Führung geschossen haben, mag dahingestellt sein. Auf jeden Fall stellte Ernst im laufenden Spiel auf das 4-2-3-1-System um. "Dadurch haben wir zwar besser gestanden, aber besser geworden ist unser Spiel dadurch auch nicht", sagt Ernst. Vielmehr dominierte die Viktoria mühelos die Partie und hatte schon bis zur Halbzeit reichlich Torchancen.
Die wenigen Möglichkeiten, die die Viktoria den Gästen gestattete, waren eher der Nachlässigkeit der Abwehr zuzuschreiben. "Klar hätten wir auch zwei, drei Tore machen können, und vielleicht wäre dann auch ein Unentschieden drin gewesen", sagt Ernst.
Allerdings hätte sich Sand auch nicht beschweren dürfen, wäre die Elf mit einem 1:6 oder 2:7 abgefertigt worden. Und Ernst ist ehrlich genug zuzugeben, "dass alles andere als eine Niederlage für uns sehr unverdient gewesen wäre".


Schlereth trifft die Latte

Denn die Chancen für den FC Sand sind schnell aufgezählt. 38. Minute, Tevin McCullough läuft einem Gegner den Ball ab, vernascht die Innenverteidiger und schlenzt den Ball übers Tor. 48. Minute, der abgefälschte Schuss von Thorsten Schlereth trifft die Querlatte.
Ansonsten spielte nur die Viktoria, die sich nicht einmal sonderlich anstrengen musste, um die harmlosen und phasenweise auch überforderten Sander unter Kontrolle zu halten.
Die nämlich zeigten in ihren Zweikämpfen oft genug nicht das, was sie eigentlich könnten, nämlich energisch und regelkonform einsteigen, den Gegner gar nicht erst an den Ball kommen lassen und das Spiel nach vorn so aufbauen, dass der Torerfolg nichts anderes als eine logische Konsequenz wäre. So musste Sand in zwei Spielen acht Gegentore einstecken und steht spätestens jetzt mitten im Abstiegskampf.
Den muss die Mannschaft, die ohnehin schon stark ersatzgeschwächt ist, erst einmal ohne Dominic Leim bestreiten, der kurz vor Schluss wegen einer Notbremse mit "Rot" vom Platz flog.
Viktoria Aschaffenburg: Döbert - Galm, Schnitzer, Verkaj, Toch, Aydin (72. Beinenz), Wittke (76. Gerhart), Schmidt (62. Topic), Cheron, Boutakhrit, Breunig / FC Sand: Medem - Bechmann, Th. Schlereth (84. Gonnert), Nöthling, McCullough, Wagner, Fischer (56. Röder), Müller (69. Krug), Leim, Reith, Schmitt / SR: Hertlein (Dinkelsbühl) / Zuschauer: 653 / Tore: 1:0 Toch (9.), 2:0 Gökhan (33.), 3:0 Schnitzer (54.), 4:0 Toch (57.) / Rote Karte: - / Leim (83., Notbremse)