Bei der Bürgerversammlung hat Bürgermeister Paul Steins (CSU) über die Umbauarbeiten in Verwaltung, Kindergarten und Schule berichtet, die Gemeindefinanzen und die Möglichkeiten des Hochwasserschutzes erläutert sowie den Zusammenhang zwischen der örtlichen Bevölkerungsentwicklung und dem Problem der Wohnbauflächen dargestellt. Das Interesse an der Bürgerversammlung war groß: Über 80 Poxdorfer waren ins Sportheim gekommen, um sich anzuhören, was Steins zu berichten hatte.
Erleichtert konnte Steins vermelden, dass die Kämmerei die Jahre 2012 bis 2015 nun endgültig aufgearbeitet und durchgebucht habe. Damit sei dort alles auf dem Laufenden - die Krise der Finanzverwaltung und der Kasse sei überwunden. Auch die Finanzen der Gemeinde geben zu vorsichtigem Optimismus Anlass: der Pro-Kopf-Schuldenstand sei leicht zurückgegangen auf rund 340 Euro, die Rücklagen würden zum Jahresende bei 1 273 000 Euro liegen, für 2016 ist eine Rücklagenentnahme von knapp 538 000 Euro geplant. "Dieses Geld muss aber auch sinnvoll investiert werden", sagte der Bürgermeister. Da kam er auf die Kindertagesstätte zu sprechen. Diese 1980 gebaute gemeindliche Einrichtung sei sanierungsbedürftig: Schäden weisen Fenster, Dach, Heizung und die Sanitäranlagen auf. Eine Sanierung würde knapp zwei Millionen Euro kosten und damit die Kosten eines Neubaus (etwa 1,5 Millionen Euro) überschreiten. Aus baufachlichen Gründen empfiehlt deshalb die Regierung von Oberfranken einen Neubau. Dieser könnte auf dem Sportplatz neben der Schule entstehen, ein Standort, der den Umzug von der alten in die neue Einrichtung erleichtern würde.
Auf den Bericht über die Brandschutzmaßnahmen in der Schule und deren geplante Verschlankung durch Umnutzung des Lehrertraktes folgten die Rechenschaftsberichte des Feuerwehrkommandanten Wouter Holland und des Jugendpflegers Christian Haller. Dann kam der Bürgermeister auf das brisante Thema "Hochwasserschutz" zu sprechen. Er legte dar, dass Effeltrich immer noch kein Interesse an einer nachbarschaftlichen Zusammenarbeit habe; dass alle Hochwasserschutzmaßnahmen einen großen Landverlust für die Eigentümer zur Folge hätten und dass sich die geschätzten Gesamtkosten für die drei im Gebiet der Gemeinde Poxdorf nötigen Schutzmaßnahmen auf ca. 4,5 Millionen Euro belaufen würden. Mit Zuschüssen vom Staat könnte Poxdorf nicht rechnen. Der Bürgermeister will deshalb selbst Vorsorge leisten: Die Ableitung der Gräben im Bereich Irrlenwiesen soll überprüft und, falls nötig, verbessert werden, und die Gräben im Ort sollen laufend bearbeitet und ausgebaggert werden. Ansonsten empfahl der Bürgermeister den Bürgern, sich durch eine Elementarversicherung privat abzusichern.


Junge Familien fehlen in Poxdorf

Anschließend berichtete Steins über eine Studie zur Bevölkerungsentwicklung zwischen 2014 und 2024 im Landkreis Forchheim. Das Ergebnis habe ihn erschreckt, sagte er. Die Studie zeige, dass die Bevölkerung in Poxdorf bis 2024 um 3,7 Prozent schrumpfen werde. Sie zeige weiter, dass die "Altersgruppe 0 bis 18 Jahre" im gleichen Zeitraum um 9,9 Prozent fallen und die der "Altersgruppe 18 bis 65 Jahre" gar um 16,58 Prozent steigen werde. Demgegenüber werde die "Altersgruppe 65 Jahre und älter" um 61,7 Prozent wachsen.
Diese Entwicklung bezeichnete der Bürgermeister als besorgniserregend: "Warum haben wir keinen Zuzug von jungen Familien, die ihre Kinder dann auch in unseren Kindergarten und unsere Schule schicken?" Die Antwort gab er selbst: "Die Gemeinde kann keine attraktiven Baugebiete ausweisen. Zwar gibt es bei uns 80 unbebaute Baugrundstücke - allein in Irrlenwiesen I sind nach neun Jahren immer noch 36 Bauplätze unbebaut, denn es wurde damals versäumt, sie mit einem zeitlich befristeten Bauzwang zu belegen. Deshalb braucht die Gemeinde jetzt weitere Bauplätze, und die hat sie nicht."
Steins erklärte, wie er versucht habe, die 28 Grundstückseigner des Baugebietes Irrlenwiesen II zum Verkauf an die Gemeinde zu bewegen. Auf seine Anfrage hätte nur wenige reagiert. Deshalb habe der Gemeinderat beschlossen, Irrlenwiesen II im Flächennutzungsplan wieder als landwirtschaftliche Fläche auszuweisen. "Die Gemeinde will zu einem für alle Beteiligten vernünftigen Preis Grundstücke kaufen. Einen Bebauungsplan dazu werden wir erst festlegen, wenn wir Grundstückssicherheit haben."
Der Bürgermeister schloss seine Ausführungen mit einem Überblick über die Entwicklungsziele: Es ging darum, wie, ob und wann das ehemalige Raiffeisengebäude abgerissen werden sollte, was dann mit dem Grundstück, wie mit dem Kindergartengrundstück geschehen solle, ob man tatsächlich ein Café im Ort brauche, wann man endlich das Leichenhaus auf dem Friedhof saniere und wie man einen Grundstückspreis festsetzen könne. Der Bürgermeister versprach, diese Punkte in den kommenden Gemeinderatssitzungen zu behandeln.