Der Bebauungsplan St. Laurentius hat die letzte Hürde unkompliziert passiert und wird als Satzung veröffentlicht. Der Gemeinderat musste nur die Einwendungen der beteiligten Behörden aus der zweiten Auslegung abarbeiten. Und die waren vollständig identisch mit denen aus der ersten, vorgezogenen Beteiligung. Bis auf die Kleinigkeit, die die Bauabteilung des Landratsamts monierte: Im gezeichneten Plan fehlte das Zeichen für interne Ausgleichsfläche.
Von vorneherein klar war die Beteiligung der Bahn am anstehenden Wasserrechtsverfahren, denn der Graben am ortsfernen Ende des Baugebiets an der Straße nach Pretzfeld bleibt erhalten. Da er auch noch Wasser aus dem Baugebiet aufnehmen soll, muss der Durchlass unter den Gleisen erweitert werden. Möglicherweise kommt auch noch Wasser aus dem Gebiet Bärenleite dazu, das früher über diesen Graben abgeleitet wurde. Ob es möglich ist, den alten Zustand wiederherzustellen, muss auch in demselben Wasserrechtsverfahren geklärt werden. Gegebenenfalls muss der Durchmesser der Verrohrung größer ausfallen.


Nicht bis ins Detail geregelt

Abweichend von den üblichen Planungen hat die Gemeinde Kirchehrenbach das Bauen im neuen Baugebiet nicht vorab bis ins Detail geregelt, sondern im Grunde nur zwei Baufenster geschaffen, eines rechts und eines links vom bleibenden Graben. Damit will man sich offenhalten, ob einzelne Bauwerber jeweils eine Teilparzelle bebauen oder ein Bauträger das Areal im Ganzen für eine Wohnanlage oder ähnliches erschließen will. Auch Kombinationen aus Wohnen und Arbeiten sind so möglich.
Neben den Ausgleichsflächen als Retensionsräume für Regenwasser nahe der Bahntrasse beinhaltet die Planung entlang der Straße einen Streifen für einen Gehweg. Noch nicht festgelegt ist ein Areal für eine ins Gespräch gebrachte Bushaltestelle.
Ein besonderes Problem fiel Rainer Gebhardt (SPD) auf: das Gefälle von etwa drei Metern von der Straße zur Bahnlinie. Da für die Unterkante Erdgeschoss 50 Zentimeter über Straßenniveau festgelegt ist, könnten an den tiefsten Stellen des Geländes Häuser so gebaut werden, dass das Untergeschoss als Wohnung gebaut werden könnte.
Somit könnte dort ein Haus drei Stockwerke plus Dachgeschoss haben. Theoretisch. Denn genauso hoch wie ein Gebäude ist, so breit muss der Abstand zum Nachbargrundstück und hier auch zur Bahnlinie sein. Das wären bei dem beschriebenen Haus gut und gern zwölf Meter. Auf ein mehr als 30 Meter breites Grundstück würde nach dieser Formel gerademal ein sehr schmales Haus passen. Und das dann vier Stockwerke hoch?