Der Bauboom in Harsdorf hält an. In der ersten Sitzung im neuen Jahr lagen dem Gemeinderat gleich drei Anträge auf Neubau von Einfamilienhäusern mit Garagen vor - und auch sonst bestimmten zahlreiche Bauangelegenheiten den Verlauf der Zusammenkunft.

Rückblickend auf 2021 stellte Bürgermeister Günther Hübner (CSU) fest, dass die Arbeit wegen der Corona-Pandemie alles andere als einfach gewesen sei, aber: "Wir haben immer die beste Lösung gefunden."

Der Bürgermeister berichtete von einem "sehr guten Gespräch" mit Vertretern der Staatsforstverwaltung hinsichtlich der Errichtung von Windkraftanlagen im Laitscher Wald. "Wir sehen der Aufgabe positiv entgegen. Die 10H-Regelung wird wohl fallen, auch wenn sich die bayerische Staatsregierung noch ziert", sagte der CSU-Mandatsträger.

Beschlossene Sache ist die Einbeziehungssatzung "Altenreuth", die nach der Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und einer Privatperson einstimmig verabschiedet wurde. Die ermittelte Ausgleichsfläche mit knapp 1200 Quadratmetern bleibt im Eigentum des Bauherren, dabei mit der Auflage, dass für die Randhecke eine Dienstbarkeit für die Untere Naturschutzbehörde bestellt wird.

Wunsch abgelehnt

Dem Wunsch eines weiteren Bürgers, auch dessen Grundstück für eine mögliche Bebauung in die Einbeziehungssatzung mit aufzunehmen, konnte der Gemeinderat allerdings nicht nachkommen. Hier hatte das Landratsamt Kulmbach zu verstehen gegeben, dass eine Ausweisung als Baufläche mit einer geordneten städtebaulichen Entwicklung nicht vereinbar ist.

Sehr ausführlich berichtete Günther Hübner über den Fortgang der Arbeiten am Feuerwehrgerätehaus. Dabei segnete der Gemeinderat eine zu erwartende Kostenmehrung von bislang 1,244 auf 1,434 Millionen Euro ab. Das entspricht einer Steigerung von 15,34 Prozent. Neben der allgemeinen Erhöhung der Baukosten schlagen hier die vorbereitende Arbeiten im Obergeschoss und die Fußbodenheizung zu Buche. Bei letzterer stimmte das Gremium einer exklusiven Ausführung mit einem Estrichaufbau von nur drei Zentimetern nach dem neuesten Stand der Technik zu.

PV-Anlage dank Spende

Zum Thema Eigenleistung merkte der Bürgermeister an, dass der Feuerwehrverein die Malerarbeiten im Innenbereich übernehmen wird, um weitere Kosten zu sparen.

Hübner dankte dem Ratskollegen Stefan Holzheu (SPD), der sein Preisgeld aus der Sepp-Daxenberger-Stiftung - er hatte nachgewiesen, dass die Berechnung der Infraschallbelastung durch Windkraftanlagen fehlerhaft und viel zu hoch ausgefallen war - für den Bau einer Solaranlage auf dem Dach des neuen Gerätehauses zur Verfügung gestellt hat.

Zum Jahresende wurden Hübner zufolge die Arbeiten im Bereich der Wasserversorgung einschließlich des Anschlusses an die Fernwasserversorgung Oberfranken mit einem Kostenaufwand von knapp 2,2 Millionen Euro abgerechnet und dem Wasserwirtschaftsamt Hof zur Prüfung vorgelegt. Die Gemeinde Harsdorf rechnet hier mit einem Zuschuss von gut 1,016 Millionen Euro.

Ob die Straßenmeisterei Leuchau auch im Winter 2022/23 den Räum- und Streudienst auf den gemeindlichen Straßen übernehmen kann, ist nach den Worten von Bürgermeister Hübner noch offen. Wegen einer möglichen Umsatzbesteuerung dieser Fremdleistung gebe es hier großen Beratungsbedarf.