Gleich zwei Anfragen und einen Antrag der Gemeinderatsfraktion "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" hatte der Gemeinderat am Dienstagabend auf seiner Tagesordnung. Zu den Außenanlagen an der Kindertagesstätte "Mäuseparadies" gab es größeren Diskussionsbedarf. Auslöser waren die Ergebnisse der Bodenproben, die Mehrkosten von 120 400 Euro erwarten ließen, wollte man die Außenanlagen wie geplant ausführen. Aber das wird nun wohl längst nicht so teuer. Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) zeigte sich erleichtert, dass in Gesprächen mit der Kita-Leitung und der Verwaltung erhebliche Einsparmöglichkeiten gefunden wurden: "Wir können diese Kosten um mehr als die Hälfte reduzieren, wenn nur ein Sickerschacht gebaut und eine größere Drainageleitung angelegt wird." Wie Kita-Leiterin Gerlinde Becke weiter aufzeigte, könnte man auch bei den Spielgeräten Kosten einsparen, denn ein noch sehr gut erhaltenes Gerät könne man am jetzigen Standort abbauen und in der neuen Außenanlage aufstellen. Wilhelmine Denk (BZH) ging auf die Kostendifferenz ein und fragte, ob der Bodengutachter in Regress genommen werden könnte. "Wir haben uns ja auf das Gutachten verlassen!" Verwaltungsleiter Robert Gerstner stellte dazu fest, dass der Gemeinde dem Grunde nach kein Schaden entstanden sei. Frank Günther riet, einen Fachanwalt zur Klärung der Frage einzuschalten, denn es gehe um sehr viel Geld. Bürgermeister Gerhard Schneider sah darin keinen Erfolg für die Gemeinde. Gegen die Stimmen der BZH-Fraktion und Alfons Lauterbach (FW) wurde es abgelehnt, einen Fachanwalt zur Klärung der Regressfrage zu beauftragen. Auf Anregung von Zweitem Bürgermeister Harald Peetz (CSU) soll beim Landratsamt eine Rechtsauskunft auf dem "kleinem Dienstweg" eingeholt werden.

Für die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Himmelkron soll ein "Water-Safety-Plan" erstellt werden, der voraussichtlich 12 000 Euro kosten wird. Ottmar Schmiedel (SPD): "Das ist kein Pappenstiel und wir wissen doch, was zu tun ist." Wilhelmine Denk fragte, wie es grundsätzlich um die Wasserversorgung der "Benker Gruppe" bestellt sei. Bürgermeister Schneider antwortete, dass für die nächsten zwei Jahre noch eine Wasserlieferung von jährlich maximal 66 000 Kubikmeter gesichert sei. Es stehe aber fest, dass die "Benker Gruppe" einen neuen Hochbehälter errichten müsse, eine Angelegenheit von mehreren Millionen Euro.

"Das sollte es uns wert sein"

Manuel Gumtow (FW) brachte einen Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken ins Gespräch. Weitere Beratungen zur künftigen Wasserversorgung wurden in der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung geführt. Zweiter Bürgermeister Harald Peetz hielt den Wassersicherheitsplan für notwendig: "Die Sicherheit unserer Wasserversorgung sollte uns das wert sein." Die Verwaltung wurde beauftragt, entsprechende Kostenangebote für die Erstellung eines "Water-Safetey-Plans" einzuholen.

Wie hoch der wirtschaftliche Nutzen durch das Gewerbegebiet "Himmelkron-Nord" ist, wollte die BZH-Gemeinderatsfraktion wissen. Bürgermeister Gerhard Schneider sagte, das Gewerbesteueraufkommen sei von 188 000 Euro im Jahr 1984 auf rund 2,2 Millionen Euro im Jahr 2018 angewachsen. Eine wirtschaftliche Prognose zur Entwicklung könne er allerdings nicht geben: "Ein Gewerbegebiet ist keine Investition, die sich in vier Wochen für eine Gemeinde auswirkt. Ergebnisse bekommt man erst am Ende eines Weges." Am Beispiel an einer angesiedelten Firma machte der Bürgermeister aber deutlich, dass aus ursprünglich 30 Arbeitsplätzen nunmehr 200 wurden. Schneider: "Arbeitsplätze halte ich für genauso wichtig wie die Gewerbesteuer. Das ist das, was ich aus meiner langjährigen kommunalpolitischen Erfahrung sagen kann."