Moderne Architektur prägt das Gebäude im Baiersdorfer Gewerbegebiet „Münchwiesen“. Raimund Glenz
Deniz Aytekin (hinten l.) hielt einen kurzweiligen, humorvollen Vortrag. Benedikt Goldkamp (vorne 2. v. l.) sprach als Präsident des Verwaltungsrates und Hauptgesellschafter auch zu den Gästen.
Oliver Rosic überreicht eine Dokumentation des Baufortschritts und ein Fußballtrikot an Ralf Klein.
In Baiersdorf hat die PTR Hartmann GmbH die Produktionsfläche erweitert – mit innovativen Konzepten
Die PTR Hartmann GmbH ist ein erfolgreiches, international aufgestelltes Unternehmen mit Hauptsitz in Werne und Produktionsstandorten in Werne, Baiersdorf, Grävenwiesbach und Standorten in China, Tunesien und Mexiko. Die GmbH produziert elektrotechnische Komponenten, wie zum Beispiel Schalter, Präzisionsfederkontakte, Induktivitäten, Schnittstellenblöcke und integrierte Anschlusstechnik.
Gegründet wurde die Baiersdorfer Firma im Jahre 1961 von Fritz Hartmann , damals unter dem Namen Hartmann-Gerätebau GmbH & Co. KG. In den 1980er Jahren erwarb die Schweizer Firma Phoenix-Maschinentechnik die Hartmann GmbH. 1986 wurde der Name Phoenix-Maschinentechnik in Phoenix Mecano AG umbenannt. Seit 1988 wird die Schweizer Firma an der Züricher Börse notiert.
Auf der Webseite der Schweizer Aktiengesellschaft steht: „Phoenix Mecano investiert in zukunftsorientierte Wachstumsmärkte und Anwendungsbereiche geprägt von langfristigen Megatrends.“ Diese Strategie wurde im September 2024 durch den Spatenstich für ein modernes Bürogebäude mit einer Produktionshalle bewiesen. Inzwischen erfolgte die offizielle Einweihung. Das neue Gebäude befindet sich in der Fritz-Hartmann-Straße im Baiersdorfer Gewerbegebiet „Münchwiesen“.
Man kann durchaus von einem Gebäude der Superlative sprechen. Auf einer Grundstücksfläche von über 13.000 Quadratmetern schuf PTR Hartmann Raum für hocheffiziente Produktionsprozesse, eine „papierlose Fabrik“ und bekennt sich damit deutlich zum Produktionsstandort Deutschland. Das Investitionsvolumen betrug 15 Millionen Euro. Das Projekt wurde kosten- und termingerecht realisiert. Die Firma Rosic Baiersdorf war dabei Generalunternehmer. Somit profitierten lokale Unternehmer von dem Projekt.
Die Produktionsfläche wurde auf 4382 Quadratmeter erweitert, rund 40 Prozent freie Kapazitäten sind bereit für zukünftige Erweiterungen. Es wurde eine „Smart Factory“ geschaffen, in der eine vernetzte Produktionsumgebung, Maschinen, Anlagen und Logistiksysteme mittels IOT (Vernetzung von Geräten im Internet) weitgehend autonom und selbstorganisierend arbeiten.
Rückgrat der neuen Logistik
Optimierte Warenflüsse und die Vorbereitung auf autonome Transportsysteme bilden das Rückgrat der neuen Logistik. Ein zentrales Einzelteillager mit moderner Ladebrücke und ein durchgängig papierloses Fertigungskonzept sichern maximale Prozessgeschwindigkeit und Lieferfähigkeit.
Im Neubau wird zur Raumtemperierung die Abwärme der Spritzgussmaschinen durch ein innovatives Abluftkonzept benutzt. Die verbrauchte Energie der Produktbereiche wird stetig überwacht. Damit können Verbräuche genau optimiert werden. Eine 150-kWp-Photovoltaikanlage deckt einen signifikanten Teil des Energiebedarfs.
Die Einweihung fand in einem großen Zelt statt, bei einer Außentemperatur von 38 Grad. Ich denke, was wir heute hier sehen, ist der Gegenentwurf zur deutschen Angst. Ralf Klein, Geschäftsführer für alle PTR-Hartmann-Standorte, erklärte: „Das Motto unseres heutigen Tages ist Mut zum Standort Deutschland, Mut für seinen starken Mittelstand. Wir leben in einer Zeit der Verunsicherung, des globalen Wandels, und in Deutschland haben wir eines, was wir besonders gut können, nämlich Angst haben. Ich denke, was wir heute hier sehen, ist der Gegenentwurf zur deutschen Angst. Das ist unser Beitrag zur Zuversicht, zur Hoffnung und zum Glauben an die Zukunft. Wir schalten einen Gang höher und investieren in die Zukunft und unser Wachstum. Ein bisschen Mut gehörte dazu, deutscher Mittelstandsmut, und es war auch eine ganz schöne Prise Schweizer Mut mit dabei.“
Der Präsident des Verwaltungsrates und Hauptgesellschafter, Benedikt Goldkamp, führte aus: „Wachstum entsteht nicht, indem man eine Halle baut. Wachstum braucht Kunden , Innovation, qualifizierte Mitarbeiter und gute Rahmenbedingungen. Vor allem aber braucht Wachstum Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen mitzutragen.“
Er fügte hinzu, dass ohne die tatkräftige Unterstützung der Politik sich Investitionsvorhaben wie dieses in Deutschland weder heute noch in Zukunft realisieren ließen und bedankte sich beim Bürgermeister von Baiersdorf, Sebastian Erner.
Vortrag von Deniz Aytekin
Der Gastsprecher Deniz Aytekin, von 2004 bis 2026 DFB-Schiedsrichter, aber auch ein erfolgreicher Unternehmer, referierte in einem kurzweiligen, humorvollen Vortrag über Führung und Respekt. Er zeigte, dass Höchstleistung, sowohl im Schiedsrichterteam als auch im Unternehmen immer in der Gemeinschaft entstehe. Er erklärte, wie klare Rollen, Vertrauen, offene Kommunikation und gegenseitige Verantwortung die Basis für wirksame Teamarbeit bildeten. In geschickter Weise zeigte er Videos von Fußballszenen, beschrieb die Situation und zog Parallelen zu Verhaltensweisen in den Unternehmen.