Von der wechselvollen Rolle der berühmten vorgeschichtlichen Pfahlbauten von Unteruhldingen im Bodensee über römische Höhenheiligtümer in der Steiermark bis hin zu archäologischen Spuren der Zwangsarbeit in Böhmen: An neun Abenden erzählen internationale Wissenschaftler von ihren aktuellen archäologischen Forschungen und Projekten. Möglich macht es die öffentliche Ringvorlesung „Archäologisches Kolloquium“ an der Universität Bamberg .

Den Auftakt gibt Julia Kopf von der Universität Wien am 27. April. Sie richtet ihren Blick nach Bregenz am Bodensee , genauer auf die strategische Bedeutung des Platzes in römischer Zeit. Denn was heute niemand vermutet: Auf der markanten Anhöhe oberhalb der Bregenzer Bucht befand sich eine der ältesten Militärstationen und bedeutendsten römischen Siedlungen nördlich der Alpen.

In die Oase der bedrohten römischen Welterbestätte von Palmyra in der syrischen Wüstensteppe nimmt Benjamin Ducke vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI) das Publikum im zweiten Vortrag am 4. Mai mit: „Die Zerstörungen des syrischen Bürgerkriegs haben nicht nur die materielle Substanz Palmyras beschädigt . Sie haben auch einmal mehr das Bewusstsein dafür geschärft, wie schnell derartige Kulturerbe­stätten zu Zielscheiben von Konflikten werden können“, erklärt er. „Die tragische Geschichte der Stadt und die immer noch schwierige politische Situation in Syrien lassen keine konkreten Pläne für einen ,Wiederaufbau‘ der beschädigten Monumente zu.“

Weitere Vorträge widmen sich der mittelalterlichen Sakrallandschaft in der Paderborner Domburg, dem Wassermanagement in der römischen Hafenstadt Ostia, den Neuentdeckungen in der Oase von Bukhara an der usbekischen Seitenstraße oder der Frage nach der Herkunft der ersten Bauern Europas während des Neolithikums. Die kostenfreie Veranstaltungsreihe findet jeweils dienstags um 19.15 Uhr online statt. Das aktuelle Programm und der Link zu den Vorträgen finden sich auf http://www.uni-bamberg.de/iadk/archwiss/neuigkeiten red