In Anbetracht der Weltpolitik – dominiert von Corona, Ukrainekrieg und Klimawandel – gaben die einstimmigen Beschlüsse des Gemeinderates Stegaurach über den Haushaltsplan 2022 und den Finanzplan 2022 bis 2025 doch Grund zu Zuversicht und Zufriedenheit. Es herrschte große Einigkeit darüber, dass es der Gemeinde gut gehe, auch wenn für die Zukunft große Herausforderungen anstünden.

Kämmerin Heike Wächtler stellte den Haushaltsplan 2022 vor. Die Fraktionsvorsitzenden bedankten sich für die gute Präsentation. „Jetzt kann der Gemeinderat komplett nachvollziehen, wo das Geld hinfließt“, meinte Bürgermeister Thilo Wagner (FW-FL). Das Zahlenwerk präsentierte sich dann auch sehr erfreulich. Die Gemeinde Stegaurach rechnet 2022 mit Erträgen (davon 43 Prozent aus Steuern) von etwas über 17 Millionen Euro . Diesen stehen knapp 15 Millionen Euro für Aufwendungen entgegen. Somit rechnet die Kämmerin im Ergebnishaushalt mit einem Plus von knapp 2,5 Millionen Euro . Eine Kreditaufnahme ist für 2022 nicht vorgesehen. Die Verschuldung bleibt weiterhin bei 0 Euro .

Doch sieht die Gemeinde Stegaurach in der Zukunft viele Aufgaben auf sich zukommen, die Geld kosten werden, so Bürgermeister Wagner. Das sei beispielsweise schon am nächsten großen Tagesordnungspunkt abzulesen. So sprach sich der Gemeinderat einstimmig dafür aus, weitere Kindergarten- bzw. Kinderkrippengruppen einzurichten, da der Bedarf in der familienfreundlichen Gemeinde ab September ansonsten nicht mehr gedeckt werden könne; insbesondere, weil ein erhöhter Bedarf von Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine zu erwarten sei. Angedacht ist eine schnelle Container-Lösung. Dafür rechnet die Verwaltung mit Kosten von rund einer halben Million Euro . Sie wurde vom Gemeinderat beauftragt, die Bestellung voranzutreiben, so dass schnellstmöglich eine Inbetriebnahme erfolgen kann.

Fast 5 Millionen investieren

Insgesamt will die Gemeinde knapp 4,9 Millionen Euro investieren. Dabei rechnet sie mit circa 1,4 Millionen Euro Zuschüssen, so dass am Ende ein Minus von etwa 3,5 Millionen Euro entsteht. Nach Verrechnung mit dem Jahresüberschuss ergibt sich eine Fehlsumme von rund einer halben Million Euro . Diese soll aus dem Bestand der liquiden Mittel gedeckt werden. Die Kämmerin konnte hier auf ein bequemes Polster aus 2021 von 7,3 Millionen Euro zurückgreifen, so dass sich für 2022 Liquiditätsreserven von 6,8 Millionen Euro ergeben.

Wichtige Investitionen im laufenden Jahr in Stegaurach sind zum Beispiel der Neubau von Regenüberlaufbecken in der Hartlandener Straße (1,5 Millionen), Lüftungsanlagen an der Grund- und Mittelschule Altenburgblick, ein Brandschutzkonzept für die Aurachtalhalle, die Errichtung einer Kinderkrippe in Unteraurach (1 Million), Ladesäulen am Ochsenbrunnen und der Aurachtalhalle, der Kreisverkehr am Ortsausgang Richtung Bamberg oder eine Schlammentwässerungsanlage für die Kläranlage. „Wir haben sehr viel vor“, fasste es Winfried Oppawsky (FW-FL) zusammen, doch der Haushalt stehe „auf guten Füßen“.

Priorisieren und verschieben

Mit der Priorisierung der Aufgaben und der damit einhergehenden Verschiebung mancher Investitionen zeigten sich die Gemeinderäte ebenfalls einverstanden. Gert Lechner ( CSU ) gab zu bedenken: „Wir müssen schon aufpassen, was noch auf uns zukommt.“ Bernd Reichelt ( CSU ) stimmte zu: „Auch mit unserem schönen Grundstock müssen wir schauen, das Geld zusammenzuhalten.“

Doch insbesondere für die Jugend und damit die Zukunft nehme man gerne Geld in die Hand, meinte Manfred Amon ( CSU ). „Wir sind froh, dass wir eine Gemeinde sind, der es relativ gut geht und die sich gute und sinnvolle Investitionen leisten kann“, ergänzte Uwe Metzner ( SPD ) zufrieden. Als echte „Mutmachgemeinde“ bezeichnete Bernd Fricke, Zweiter Bürgermeister (Grüne-Bürgerstimme), das „attraktive, nachhaltige und soziale Stegaurach “. Schließlich hätte man mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel an einem Wochenende im März gleichzeitig 180 Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen, die Gemeinde bei der Müllaktion „Zamma Ramma Damma“ auf Vordermann gebracht und die Corona-Teststation in Betrieb gehabt. „Wir können superstolz sein.“

Zum Schluss der öffentlichen Sitzung billigte der Gemeinderat noch den vorhabenbezogenen Bebauungs- und Grünordnungsplan „Der Alte Berg II“ im Ortsteil Debring. Hier hatte das Bauamt gemeinsam mit dem Planungsbüro genaue Vorgaben für die Bauherren ausgearbeitet, wie zum Beispiel die Größe der Häuser, eine rechtwinklige Bebauung und eine Baulinie, um eine vernünftige Ansicht bzw. ein gleichmäßiges Bild in der Bebauung zu erreichen. bfe