Neues Festival mit Potenzial

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Rüdiger Baldauf spielt am Freitag in der Kaiserpfalz Forchheim. S. Engelbert
Rüdiger Baldauf spielt am Freitag in der Kaiserpfalz Forchheim. S. Engelbert

Mit „Brassd scho!“ soll die Vielfalt der Blasmusik in der ganzen Forchheimer Innenstadt zu hören sein

Kaum eine Region ist so eng mit Bläsermusik verbunden wie Forchheim. Trotzdem gab es bislang kein Festival, das ihre ganze musikalische Vielfalt zeigt. Jetzt wollen das Junge Theater Forchheim (JTF), der Musikverein Forchheim-Buckenhofen und die Stadt diese Lücke schließen.

Martin Borowski, der künstlerische Leiter des JTF, hatte schon seit Jahren die Idee, der Bläsermusik in Forchheim eine neue Bühne zu geben. Die Menschen sollen durch die Stadt schlendern, Musik entdecken und stehen bleiben, weil sie plötzlich denken: So habe ich die Bläsermusik noch nie erlebt.

Das kulturelle Leben in Forchheim hat sich in den letzten Jahren mit Events wie dem Zirkart-Festival oder dem „Kultursommerquartier“ stark entwickelt. Genau daran soll das „Brassd scho!“-Festival anknüpfen, findet Martin Borowski. Vor allem soll es zeigen: Forchheim ist Blasmusik – jung, frisch und vielseitig.

Der künstlerische Leiter des JTF sagt dazu: „Mit der Idee bin ich ein paar Jahre schwanger gegangen.“ Beim Musikverein Forchheim-Buckenhofen fiel die Idee sofort auf fruchtbaren Boden.

Mehr als nur Kerwa

Blasmusik gehört zu Kerwas, Frühschoppen und traditionellen Konzerten – doch sie kann noch viel mehr. Im Musikverein Forchheim-Buckenhofen reicht das Repertoire vom symphonischen Blasorchester über Jazz und Pop bis hin zu modernen Brass-Formationen. „Wir nutzen die Bühnen des Festivals, um als Musikverein die ganze Bandbreite der Blasmusik zu präsentieren“, sagt Vorsitzender Christian Libera.

Dass das JTF und der Musikverein gemeinsame Sache machen, war für ihn nur konsequent. Beide kannten sich bereits aus früheren Projekten. „Als dann auf beiden Seiten die Idee aufkam, das etwas vielfältiger und breiter in die Öffentlichkeit zu tragen, war das eigentlich ein ,No-Brainer‘.“ Unterstützt von der Stadt sowie zahlreichen Sponsoren und privaten Förderern wurde aus der gemeinsamen Vision schließlich ein Festival.

Für Lorenz Deutsch, Leiter des Kulturamts Forchheim, schließt das Festival eine Lücke: „In Forchheim fehlte bisher ein Ort, an dem Bläsermusik in all ihren Formen gefeiert wird.“ Für die Stadt sei das Festival mehr als nur eine Bühne für die Bläsermusik: Es ist demnach ein Ort des Miteinanders. Für Deutsch liegt darin die besondere Stärke des Festivals: Live erlebte Kultur bringe Menschen zusammen. „Begegnungen entstehen oft dort, wo Menschen Kultur zufällig entdecken“, so Lorenz Deutsch.

Nicht ein einzelner Konzertsaal wird zur Bühne, sondern die Stadt. Wer durch die Innenstadt spaziert, stößt auf Jazz im Café „Julie“, traditionelle Bläsermusik im Gasthaus Neder oder Open-Air-Konzerte auf dem Paradeplatz. Wie ambitioniert die Organisatoren das Festival angehen, zeigt ein Blick ins Programm.

Internationale Größen

Mit Shantel, dem Jazztrompeter Rüdiger Baldauf und der britischen Querflötistin Eliza Marshall holen die Organisatoren gleich drei international bekannte Künstler nach Forchheim. Während Shantel Balkan-Beats, Brass und elektronische Clubmusik verbindet, steht Baldauf für Jazz, Funk und Pop. Marshall bewegt sich zwischen Weltmusik, Folk und Filmmusik, gibt zusätzlich einen Workshop.

Das Eröffnungskonzert am Freitag, 17. Juli, um 20 Uhr im Innenhof der Kaiserpfalz gibt einer der erfolgreichsten Trompeter Deutschlands: Rüdiger Baldauf geht mit neuem Programm und seinem hochkarätig besetzten Quartett auf „Next Level Tour“. Der Ausnahme-Trompeter präsentiert laut JTF brandneue Kompositionen zwischen Jazz, Funk, Soul und modernen Grooves – virtuos, energiegeladen und überraschend. Mit seiner Spielfreude hebe Baldauf das Zusammenspiel seines Quartetts auf die nächste Stufe. Ob das Festival künftig eine feste Größe wird, muss sich zeigen. S