„Wir bringen die Kultur nach Ellertal“, freut sich der Litzendorfer SPD-Fraktionsführer Wolfgang Heyder über den kommenden Kulturherbst. Mit Claudia Pichler („Eine Frau sieht weißblau“), Bademeister Schaluppke („Chlorreiche Tage“), Häisd’n Däisd vomm mee („Und es Lem ist ok“) sowie mit dem Kabarett-Ass Klaus Karl-Kraus („KKK fasst zusammen“) hat der umtriebige Kulturmacher gleich vier Trumpfkarten in der Hand, um nach dem Corona-Aus bei den hiesigen Kabarett- und Musikfans wieder im altehrwürdigen Saal der Brauerei Reh in Lohndorf zu stechen.

Der „Ellertaler Kulturherbst“ der SPD ist laut Pressemitteilung eine liebgewonnene Institution, eine unverwechselbare Marke, ein mitreißendes Ereignis, das aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. Ursprüngliches Ziel war es, die alten Brauereisäle auf den Dörfern wieder zu Leben zu erwecken. Das ist auch mit dutzenden Veranstaltungen und tausenden Besucherinnen und Besuchern bestens gelungen. Namhafte Künstler , aber auch talentierte Nachwuchskräfte konnten über die Jahre gewonnen werden. „Corona hat 2020 die lange Tradition des Ellertaler Kulturherbstes gestoppt, jetzt starten wir wieder durch“, so Heyder. „Zwar mit einem reduzierten Programm und mit den geltenden Hygienemaßnahmen – aber die Kultur lebt wieder auf!“

München und Schwimmbad

Claudia Pichler lässt sich gern provozieren: von Menschen, die ihre Höflichkeit und Zurückhaltung schamlos ausnutzen, von Männern, die sie chronisch unterschätzen und sich selbst pathologisch überschätzen. Dabei hat die echte Münchnerin eh ihr eigenes Päckchen zu tragen: Ist sie doch seit Geburt zerrissen zwischen bayerischer Tradition und Münchner Moderne.

In Zeiten grassierenden Bewegungsmangels, permanenter Schwimmbadschließungen und virtuellen Wahnsinns steht Bademeister Rudi Schaluppke wie ein Fels in der künstlichen Brandung des Wellenbades. Schaluppke erinnert daran, dass man Wasser nicht digitalisieren kann. Er zelebriert den analogen Zauber des feuchten Milieus, indem er seine Badegäste in die Dusche schickt.

„Häisd’n Däisd vomm mee“ präsentieren ihr Programm „... und es Lem is ok“ und versprechen ein wahres Stimmungsfeuerwerk auf gut fränkisch. In diesem Programm singen die Musikkabarettisten Loblieder auf die fränkische Lebensart. Es ist ein Rundumschlag, der Lachmuskeln strapaziert, bei dem aber auch das musikalische Können des Sextetts nicht zu kurz kommt. Das Programm ist gespickt mit virtuosen und musikalischen Überraschungen. Handgemachte Musik, schräger Humor und Geschichten aus dem wahren Leben.

In seinem neuen Kabarett-Programm zieht Klaus Karl-Kraus eine Zwischenbilanz. Es ist keine Abrechnung. Es ist die Summe eines immer künstlerischen und immer den Menschen zugewandten Lebens. Und da kommt ganz schön was zusammen: Die Erfahrung als Marketingdirektor eines Bankinstituts , der Groove als Musiker , die Spielfreude des Sportreporters, der kritische Blick des Kabarettisten . Und die Erlebnisse als Hochschuldozent und Coach. red