In der letzten Sitzung des Umweltausschusses unter Leitung von Landrat Johann Kalb ( CSU ) wurde das Gremium über zahlreiche Verfahrensschritte informiert, die im Hinblick auf die neue Situation im ÖPNV noch bis August 2024 abgearbeitet werden müssen. Inge Werb, Fachbereichsleiterin Wirtschaftsförderung, stellte den aktuellen Sachstand zu den Abstimmungen mit der Stadt Bamberg dar.

Aufgrund der dann neuen Situation, dass Regionalbusse künftig Erschließungsfunktionen innerhalb des Stadtgebietes Bamberg übernehmen werden, muss eine neue vertragliche Regelung zwischen Stadt und Landkreis Bamberg geschaffen werden. Im Rahmen der dazu notwendigen Abstimmungen, die mit Hilfe externer Rechtsberatungen durchgeführt wurden, ist die Schaffung einer „Vergabe-Arge“ vereinbart worden. Diese regelt einerseits, wie bzw. welche Gebietskörperschaft das gemeinsame Vergabeverfahren durchführen wird und andererseits auch die Frage der Finanzierung der betroffenen Linienabschnitte auf dem Stadtgebiet Bamberg.

Christoph Ruhland vom VGN informierte den Umweltausschuss über weitere Planungen, die im Zusammenhang mit dem neuen Buskonzept ab August 2024 umgesetzt werden sollen. Es ging dabei insbesondere um die Verzahnung verschiedener Verkehrsmittel, wie sie im Intermodalen Mobilitätskonzept vorgesehen sind.

Um dabei möglichst hohe Synergieeffekte zu erreichen und Parallelverkehre zwischen Bus und Zug zu vermeiden, wird es verstärkt zu Umsteigevorgängen kommen. Diese wird es zukünftig auch im Bereich des Schülerverkehrs geben.

Ruhland stellte die Planungen des VGN vor, die vorsehen, dass neben den Schülern aus Orten mit Bahnhöfen (wie bisher) auch Schulkinder aus dem weiteren Einzugsbereich der Bahnhöfe auf die Schiene verlagert werden. Dies erfolgt durch den Einsatz von Zubringerbussen zu den Bahnhöfen, an denen dann umgestiegen wird. Ein weiteres Umsteigen am Bahnhof Bamberg wird weiterhin möglich sein. Betroffene Gemeinden (inkl. der Ortsteile ) sind Altendorf, Baunach, Breitengüßbach, Buttenheim, Gerach, Hirschaid, Lauter, Oberhaid, Rattelsdorf, Reckendorf, Strullendorf (nur Hauptort) und Zapfendorf.

Bedingt durch die Fahrtzeiten der Züge kann es dabei zu geringfügigen Verschiebungen bei Abfahrt und Ankunft im Vergleich zur heutigen Situation kommen. Die Gesamtfahrtdauer verringere sich wegen der Schnelligkeit der Züge in vielen Fällen.

Teure Busfahrten entfallen

Vorteil der verstärkten Verlagerung auf die Schiene, so der Referent, ist vor allem die Einsparung sehr teurer Bus(-verstärker-)fahrten. Darüber hinaus werden die Schüler an das künftige System der Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger herangeführt, was die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auch nach der Schul- und Ausbildungszeit fördern kann.

Weiterhin sprechen ökologische Gesichtspunkte durch die Vermeidung von Parallelverkehren für diesen Planungsansatz. Für Orte und Gemeinden, die über keine Bahnhöfe verfügen, wird die Beförderung der Schüler weiterhin durch den Bus gewährleistet.

Die aktuellen Planungen wurden mit den Gemeinden, der Deutschen Bahn AG und insbesondere mit den Stadtwerken abgesprochen. Gilt es doch dafür zu sorgen, dass die in Bamberg ankommenden Schüler genügend Kapazitäten vorfinden, um zu ihren Schulen weiter zu kommen.

In der Diskussion unterstrich Kreisrat Carsten Joneitis ( SPD ) die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärungsarbeit vor der Umstellung, denn nur so könne Klimaschutz und Mobilitätswende gelingen. „Eltern und Kinder müssen mitgenommen“, so der Oberhaider Kreisrat, „und darüber informiert werden, dass der Weg zur Schule in manchen Fällen länger und in anderen Fällen weniger Zeit in Anspruch nehmen wird.“

Darüber hinaus muss eine Teilfortschreibung des Nahverkehrsplanes erfolgen. Im Rahmen der Planungen für das neue Busnetz ab August 2024 haben sich neue Erkenntnisse ergeben, die sich vom derzeit gültigen Nahverkehrsplan (Stand 2019) unterscheiden. Diese Erkenntnisse basieren insbesondere auf der Analyse von Mobilfunkdaten. Sie ergab, dass das Mobilitätsverhalten auf verschiedenen Korridoren höher ist, als bislang angenommen. Die Kombination von Umläufen verschiedener Linien ermöglicht eine Optimierung der Fahrzeugauslastung.

Halbstundentakt möglich

So kann eine Erhöhung der Taktfrequenz auf dem Korridor Memmelsdorf–Scheßlitz vom Stundentakt auf Halbstundentakt erfolgen. Begründet wird dies mit dem hohen Mobilitätsaufkommen auf dieser Achse.