Die Bamberger FDP spricht sich klar gegen ein vom Bürgerverein Bamberg-Mitte geforderte generelle Stehbierverbot in der Bamberger Innenstadt aus.

„Es kann nicht richtig sein, den Bambergern zu verbieten, zum Beispiel um 18 Uhr vor dem Schlenkerla ein Stehbier zu trinken, nur weil die grün-rote Regierung im Rathaus es nicht schafft, andere Lösungen für die aktuellen Probleme auf der Unteren Brücke zu finden. Das wäre eine unverhältnismäßige Freiheitseinschränkung“, betont der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzender Ralf Stöcklein in der Pressemitteilung seiner Partei.

FDP-Stadtrat Martin Pöhner erklärt, dass die geltenden städtischen Regelungen ausdrücklich den Alkoholkonsum auf öffentlichem Grund in der Innenstadt nicht verbieten würden, sondern lediglich ein längerfristiges Niederlassen an einem Ort mit dem Ziel, sich dort zu betrinken, untersagen. Das sei die sogenannte „Versagung der Erlaubnis für das Verweilen bei gleichzeitigem Alkoholgenuss“ in der Sondernutzungssatzung der Stadt Bamberg , erläutert Pöhner.

„Das Stehbier hingegen oder das Herumlaufen durch die Stadt mit einem Bier in der Hand sind nach den verschiedenen Satzungen der Stadt Bamberg bisher nicht verboten und sollten es auch in Zukunft nicht sein“, unterstreicht der FDP-Stadtrat.

Das Alkoholkonsumverbot an Freitagen und Samstagen von 22 bis 6 Uhr sollte eine pandemiebedingte Ausnahme bleiben, meint Pöhner. „Man muss sich klar machen, dass ein Stehbierverbot, wie vom Bürgerverein Bamberg-Mitte gefordert, vermutlich ein Ende des Großteils der Gastronomie in der Sandstraße bedeuten würde. Das wäre für die Attraktivität der Bamberger Innenstadt fatal“, meint Stöcklein.

FDP-Kreisvorsitzender und Kreisrat Marco Strube betont, dass auch junge Menschen Möglichkeiten brauchten, um sich begegnen zu können. „Dass es aktuell Probleme zum Beispiel auf der Unteren Brücke gibt, liegt doch daran, dass es derzeit kaum andere Möglichkeiten gibt, wo sich Jugendliche treffen können. Ziel muss es deshalb sein, unter Beachtung der Regeln des Infektionsschutzes alternative Treffpunkte zu schaffen.“

Martin Pöhner verweist darauf, dass die FDP zusammen mit FW und BuB bereits Anfang April umfangreiche Vorschläge gemacht hätten, wie durch ein Biergartenmodell an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt die Menschenmengen unter Beachtung der Corona-Regeln entzerrt werden könnten. „Ich finde es einen Witz, dass die Stadtverwaltung unseren Antrag zwei Monate lang hat liegen lassen und der Antrag dann nicht mal im Stadtrat diskutiert wurde, sondern stattdessen nur ein ablehnendes Schreiben geschickt wurde. Wir haben deshalb den Antrag in überarbeiteter Form erneut gestellt.“ red