Dieter Radziej

Der Stadtrat von Burgkunstadt möchte in den kommenden Jahren Klimaneu-tralität erlangen. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Stadtratssitzung. Dabei wurde der Nachbargemeinde Altenkunstadt eine Erhöhung des Zuschusses für das Lehrschwimmbecken zugesagt, was der Rat als einen gemeinsamen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität ansah.

Für das eigene Freibad Kunomare konnte die seit längerem geplante Abdeckung für das Sportbecken beschlossen werden, wobei Spendengelder diese Anschaffung erleichtern. Positive Zahlen waren zudem der Jahresrechnung 2021 zu entnehmen. Dem Stadtrat wurden die wichtigsten Daten genannt.

Zu Beginn der eigentlichen Beratungen des Stadtrates von Burgkunstadt ging Bürgermeisterin Christine Frieß ( CSU ) auf die derzeitige Situation in der Ukraine ein. Den Worten der Bürgermeisterin war die Betroffenheit anzumerken. Erste Flüchtlinge seien schon eingetroffen und hätten untergebracht werden können, berichtete sie. Frieß verwies in diesem Zusammenhang auf das Portal des Landkreises Lichtenfels, das jedem die Möglichkeit gebe zu helfen. Die Bürgermeisterin bedankte sich zugleich für die bisherigen Anstrengungen.

Hingewiesen wurde von der Bürgermeisterin zugleich darauf, dass die Stadt einen Bescheid der Regierung von Oberfranken über Fördermittel für den Weihersbach in Höhe von 448 000 Euro (80 Prozent der Gesamtkosten von 561 000 Euro ) erhalten habe. Ferner teilte sie mit, dass das Bestattungsunternehmen Lenke mit Beginn des nächsten Jahres an die bayerischen Bestattungsgesellschaft übergehen werde; die bisherigen Mitarbeiter und der Umfang der gewohnten Friedhofsarbeiten blieben erhalten.

Ein gemeinsamer Antrag war zum Thema Klimaneutralität von den Stadtratsfraktionen eingereicht worden mit dem Ziel, wie dabei zum Ausdruck kam, dass die Stadt Burgkunstadt bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden sollte. Wolfgang Böhm von der Energieagentur Nordbayern erläuterte dem Gremium die Möglichkeiten, wie die kommunale Energiewende vollzogen und zugleich der Schritt hin zu mehr erneuerbaren Energieträgern umgesetzt werden könnte.

Er zeigte die Vorgehensweise auf, sprach eine gezielte Energieberatung und die Fördermöglichkeiten an, wobei er es als wichtig erachtet, sich vor allem den großen Energieträgern Rathaus , Schule, Feuerwehrhaus, Stadthalle , Freibad zuzuwenden. Die Ratsmitglieder fragten mit Blick auf bestehende oder sanierte Gebäude, wie bezüglich des Denkmalschutzes vorzugehen sei. Weitere Fragen betrafen die fachlichen Beratungen und das erforderliche Personal.

Es bestand Einigkeit im Stadtrat , die Klimaneutralität als ein wichtiges Thema zu sehen, weshalb in der ersten Stufe nun ein Energienutzugsplan erstellt und ein kommunales Energiemanagement beauftragt werden sollen. Zugleich will sich die Verwaltung unter dem Gesichtspunkt „Windkümmerer“ (darunter sind natürlich Windkraftanlagen zu verstehen) beim bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Umwelt bewerben.

Sanierungsprogramm

Die Regierung von Oberfranken hatte der Stadt Burgkunstadt mitgeteilt, dass die Städtebauförderung das Stadtsanierungsprogramm in der vorliegenden Form nicht mehr unterstützen kann und es deshalb zu überarbeiten wäre. Dennoch konnte die Regierungsbehörde darüber informieren, dass aktuelle Maßnahmen noch gefördert und abgeschlossen werden können, was im Falle von Burgkunstadt vor allem für das Geschäftsflächenprogramm infrage käme. Der Stadtrat beschloss deshalb die Änderung des Stadtsanierungsprogramms.

80 000 Euro mehr für Bau

Von der Gemeinde Altenkunstadt lag den Ratsmitgliedern ein Antrag vor, worin die Nachbarkommune um eine zusätzliche finanzielle Unterstützung von 100 000 Euro (bisher schon 400 000 Euro für den Bau des Lehrschwimmbeckens in Aussicht gestellt) ersuchte. Es entwickelte sich anschließend eine längere Diskussion, auch mit Blick auf den Haushalt und das eigene Freibad, wobei die Stadträte Susanne Bock von Wülfingen und Ingrid Kohles (FW) anmerkten, dass die Stadt Burgkunstadt alle Unterhaltskosten (in den vergangenen zehn Jahren waren dies annähernd drei Millionen Euro ) und die Investition für ihr Freibad immer alleine getragen habe. E wurde hinterfragt, ob man sich damit selbst weitere Konkurrenz schaffe, zumal die Auslastung des Freibades ohnehin nur knapp 18 Prozent betrage. Dennoch wurde auch Verständnis, insbesondere mit Blick auf die sich entwickelnden Baupreise, aufgebracht und das Lehrschwimmbecken als eine Einrichtung gesehen, die der Gesunderhaltung dient und letztendlich der gesamten Region am Obermain zugutekommen kann, wie die Stadträte Knorr, Dinglreiter, Schmiedel und weitere Räte verdeutlichten. Denn, so die Feststellung von Stadtrat Thomas Müller (Bürgerverein), wenn man sich nicht jetzt für diese Zukunftsinvestition entscheide, sei die Chance ein für allemal vertan. Die Mitglieder des Stadtrates sprachen sich mehrheitlich deshalb für eine letztmalige Erhöhung des Zuschusses um 80 000 Euro auf jetzt 480 000 Euro für die Errichtung des Lehrschwimmbeckens aus.